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Colette
Großbritannien, USA 2018, 111 min
• Mitwirkende
Colette: Keira Knightley
Sido: Fiona Shaw
Willy: Dominic West
Jules: Robert Pugh
• Crew
Regie: Wash Westmoreland
Buch: Richard Glatzer & Wash & Rebecca Lenkiewicz
Musik: Thomas Adès
Kamera: Giles Nuttgens
Schnitt: Susie Figgis

 

Colette

Pressestimmen

Regisseur Wash Westmoreland, der die Verfilmung über die französische Literatur-Nationalheldin mit Briten besetzt hat, erzählt den Selbstfindungsweg seiner Protagonistin eng an der Geschichte der "Claudine"-Romane entlang. Er macht einen Zwiespalt deutlich: Willy und sie leben gut vom Produkt "Claudine", dem Buchverkauf wie auch dem Merchandise - sogar Claudine-Seifen wurden hergestellt, und bis heute heißen die schamhaften weißen Kragen an Kleidern "Claudine-Kragen".
Und trotz des unterschiedlichen Maßes, das der schlagfertige Mann anlegt, wenn er seine Eskapaden mit den Worten "Männer sind eben so" begründet, ihr aber die Affäre mit einem anderen Mann verbietet (Frauen zählen nicht): Die Liebe zwischen den Freigeistern, so zeichnet sie der Film, war groß.
Jenny Zylka - SPIEGEL ONLINE

Was zunächst nicht richtig schien, macht auf einmal alles Sinn: Tatsächlich spielen sich die Figuren hier gegenseitig etwas vor, und Gabrielle hat am meisten zu verbergen. Es ist ein guter Einstieg in dieses Porträt einer Künstlerin als junger Frau: nicht wie üblich zu beginnen mit dem Stand der Unschuld, sondern mit der Ambivalenz, mit dem Mut zur Lüge und der jugendlichen Sehnsucht nach mehr. Gabrielle jedenfalls will weg vom Land und der Provinz. Willy, obwohl einiges älter und ein Lebemann, scheint dafür ein ideales Sprungbrett zu sein. Aber als sie an der Seite ihres Gatten nach Paris kommt, muss sie feststellen, dass sie dort eine Außenseiterin ist. Bald trösten sie Willys stürmische Liebesbezeugungen auch nicht mehr; entdeckt sie doch, dass er sie betrügt und anlügt. Und dann nimmt der Film schon wieder eine fast screwballhaft überraschende Wende: statt sich empört zurückzuziehen, schließt Gabrielle mit Willy einen Pakt. Sie will Ehrlichkeit und Teilhabe an seinem Leben – und ist dafür bereit, ihn so hinzunehmen, wie er ist.
Barbara Schweizerhof - epd-Film

Die Lebensgeschichte der legendären Sidonie-Gabrielle Colette wurde nicht zum ersten Mal verfilmt. Aber erstens ist Keira Knightley hinreißend in der Rolle der Frau, die sich von ihrem Mann überreden lässt, in dessen Namen die Erfolgsromane über die sexuelle Erweckung der Belle-Epoque-Heldin "Claudine" zu verfassen und dabei eigene Sehnsüchte und emanzipatorische Kräfte entdeckt. Und zweitens hält Wash Westmoreland seinen Film feinfühlig zwischen Arthouse-Kostümdrama und selbstreflexiver Unterhaltung. Die Energie dieses Identitätskampfes erzählt aus der Vergangenheit heraus auch etwas über das 21. Jahrhundert.
Anette Scheffel - Süddeutsche Zeitung

Trailer

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