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Rafiki
Kenia 2018, 83 min
• Mitwirkende
Kena Mwaura: Samantha Mugatsia
Blacksta: Neville Misati
Nduta: Nice Githinji
Waireri: Charlie Karumi
• Crew
Regie: Wanuri Kahiu
Buch: Wanuri Kahiu & Jenna Cato Bass nach der Kurzgeschichte "Jambula Tree" von Monica Arac de Nyeko
Kamera: Christopher Wessels
Schnitt: Isabelle Dedieu & Ronelle Loots

 

Rafiki

Pressestimmen

Zwei junge Menschen aus verfeindeten, rivalisierenden Familien verlieben sich ineinander, verstoßen mit ihrer Beziehung gegen Konventionen und provozieren damit einen gewaltvollen Konflikt. Der Film Rafiki spielt jedoch nicht wie die klassischste aller Liebesgeschichten in Verona, sondern in Nairobi. Und es kommt auch kein Romeo vor – es ist die Liebesgeschichte zweier Frauen.
Damit bringt die 38-jährige Wanuri Kahiu ein großes Tabuthema ihrer Heimat Kenia auf die Leinwand. Bezeichnend ist dafür schon der Filmtitel: Das Wort Rafiki ist Suaheli und bedeutet "Freund(in)". Es wird in Kenia für einen gleichgeschlechtlichen Partner verwendet, da es kaum möglich ist, diesen als Partner vorzustellen. Die Geschichte der beiden Liebenden hat Kahiu der Kurzgeschichte Jambula Tree der ugandischen Schriftstellerin Monica Arac de Nyeko entlehnt.
Lena Luisa Leisten - ZEIT online

Eine junge Frau fährt auf ihrem Skateboard durch Nairobi, zu den Beats von Muthoni Drummer Queen. Vorbei an Messerschleifern, Friseuren, Kindern mit Hula-Hoop-Reifen, Straßenkehrern. Kena (Samantha Mugatsia) bewegt sich scheinbar so frei wie die Mauersegler, die immer wieder durchs Bild sausen, doch sie wird beobachtet. Die engen Straßen bergen keine Geheimnisse, und was man nicht sieht, das weiß Mama Atim, die Kioskbesitzerin: wer gerade ein Kind erwartet, wer seine Frau verlassen hat, wer fremdgeht, wer von all dem keinen blassen Schimmer hat.
[...] Kahiu hat eine künstlerische Bewegung gegründet, die sie "Afrobubblegum" nennt. Sie meint damit keine Flucht vor Problemen, sondern den stolzen, aber auch ein bisschen frivolen Zukunftsentwurf einer Jugend, die gelernt hat, ihre eigenen Bilder in die globalisierte Popkultur einzuschleusen. "Spaß ist politisch", weiß sie und forderte mit ihrer farbenfroh-alltagsnahen lesbischen Liebesgeschichte, die als erster kenianischer Film nach Cannes eingeladen wurde, die staatlichen Zensurbehörden heraus.
Jan Künemund - SPIEGEL online

Mit Rafiki erwartet uns denn auch nebst der hoffnungsfroh gestimmten lesbischen Liebesgeschichte eine visuelle Explosion an sorgfältig arrangierten, knalligen Farbszenerien, kombiniert mit einem kühnen Potpourri von Dekors, die den Film trotz seinem ernsten Thema zu einem poppigen Augenschmaus machen, der wie nebenbei den Fokus auf die Menschenrechte von LGBT in Afrika setzt. Aus der überschaubaren Zahl an Darsteller_innen stechen die beiden Protagonist­innen Samantha Mugatsia (Kena) und Sheila Munyiva (Ziki) heraus, beide aus Kenia und beide hier in ihrem Schauspieldebüt. Subtil und überzeugend brillieren Mugatsia, die im richtigen Leben Schlagzeugerin, visuelle Künstlerin und DJ ist, ebenso wie die angehende Filmemacherin Munyiva. Der Sound der zurzeit angesagten kenianischen Musikerinnen Muthoni Drummer Queen oder Chemutai Sage verleiht dem mutigen Film den mitreissend-packenden Drive.
Doris Senn - filmbulletin.ch

Trailer

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