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Die Schneiderin der Träume
Indien, FR 2018, 99 min
• Mitwirkende
Devika: Ahmareen Anjum
Ashwin: Vivek Gomber
Laxmi: Geetanjali Kulkarni
Ratna: Tillotama Shome
• Crew
Regie: Rohena Gera
Buch: Rohena Gera
Musik: Pierre Aviat
Kamera: Dominique Colin
Schnitt: Jacques Comets & Baptiste Ribrault

 

Die Schneiderin der Träume

Pressestimmen

Mit dem respektvollen »Sir« spricht Ratna jenen jungen Mann an, in dessen Diensten sie steht, Ashwin. Ashwins Familie gehört der indischen Oberschicht an; der Vater ist Bauunternehmer, der Sohn wurde in New York ausgebildet, wo er sich unter anderem als Schriftsteller versucht und von wo er ein paar moderne Ideen hinsichtlich Lebensführung und Geschlechterverhältnis mitgebracht hat. Weswegen Ashwin zu Beginn des Films auch seine Hochzeit hat platzen lassen mit einer Frau, die er zwar schätzt, aber nicht liebt. Seine Zukünftige habe ­etwas ­Besseres verdient als lauwarme Zu­neigung, so seine Begründung. Auch ­Ashwin ist also des Träumens fähig, und als ihn ­Ratna ­eines Tages fragt, ob sie neben ihrer Arbeit im Haushalt das Schneiderhandwerk erlernen dürfe, lässt er sie nicht nur gewähren, er kauft ihr sogar eine Nähmaschine.
Ja, und dann kommt es eben, wie es kommen muss – aber im vorliegenden Fall nicht darf. Ratna und Ashwin verlieben sich in­einander. Ein totales Tabu und ein Riesenproblem und ein Ding der Unmöglichkeit. Hier aber überraschenderweise nicht Anlass für eine eskapistische Schmonzette à la Bollywood. Rohena Gera gelingt, was, wie der Gegenstand ihres Films, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist: ein ehrlicher Liebesfilm aus Indien. An dem vor allem die Perspektive überzeugt, aus der heraus sie die vielfach missbrauchte Emotion in den Blick nimmt.
Alexandra Seitz - epd-film.de

Dieser Film hat eine schöne Energie, weil er von einer jungen Frau erzählt, die versucht, ihre Träume zu leben, in die Tat umzusetzen. Die Energie von Raina steckt nicht nur Ashwin an, sondern ihre ganze Umgebung. Sie findet sich auch in den kräftigen und schönen Farben des Films wieder, in seiner dynamischen Montage.
Doch nur an der Oberfläche bekommt man es mit einem so genannten Feel-Good-Movie zu tun. Die Kamera registriert präzise, ohne dabei jemals aufdringlich zu werden, auch die zartesten Gefühlsregungen. Ein Mann, eine Frau und eine Wohnung über den Dächern von Mumbai werden in diesem Regiedebüt zum Mikrokosmos einer streng hierarchisierten Gesellschaft.
Anke Leweke - deutschlandfunkkultur.de

Ratna ist eine junge Witwe, die vom Land nach Mumbai zieht, um als Dienstmädchen eines wohlhabenden Mannes zu arbeiten und nebenbei für eine Ausbildung zur Modedesignerin zu kämpfen. Die unmögliche Liebe, die dabei über alle Grenzen des rigiden Kastensystems hinweg entsteht, hätte das Zeug zum kitschigen Bollywood-Musical, ist im Regiedebüt von Rohena Gera aber eine leise, wahrhaftige Geschichte über Gefühle, die sich ganz behutsam ihren Weg bahnen. Eine Aschenbrödel-Geschichte, nicht als realitätsfernes Märchen, sondern als eindringliches Plädoyer für einen Wandel der indischen Gesellschaft, weshalb der blumige deutsche Verleihtitel im Kontrast zum schlichten "Sir" des Originals auch fast schon an Verrat grenzt.
Anke Sterneborg - Süddeutsche Zeitung

Trailer

Fotos






























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