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Widows
USA, UK 2018, 129 min
• Mitwirkende
Veronica: Viola Davis
Harry Rawlings: Liam Neeson
Tom Mulligan: Robert Duval
Jack Mulligan: Colin Farrell
• Crew
Regie: Steve McQueen
Buch: Gillian Flynn & Steve McQueen nach der britischen Miniserie von Lynda La Plante
Musik: Hans Zimmer
Kamera: Sean Bobbitt
Schnitt: Joe Walker

 

Widows - Tödliche Witwen

Pressestimmen

Steve McQueen, dem 2013 mit 12 Years a Slave der internationale Durchbruch als Regisseur gelang, lehnt seinen neuen Film an die Machart des Film noir der Vierziger- und Fünfzigerjahre an; vielleicht nicht ganz zufällig. Es ist ein Genre, das einen bestimmten, oft platin- oder weißblonden Typus der Gangsterbraut kultiviert, die Femme fatale. Sie ist meist unbewaffnet, ungefährlich keineswegs, ihre Macht indes ist beschränkt auf die des sexuellen Kalküls. Das unterscheidet sie schon mal von ihren filmgeschichtlichen Enkelinnen. Noch wichtiger aber ist ein anderer Unterschied: Herkömmliche Gangsterbräute waren natürliche Rivalinnen. Die Mitglieder der modernen Frauengangs sind ebendies nicht. Sie haben von den Männerbanden nicht nur den professionellen Umgang mit Einbruchwerkzeug und Pistolen übernommen, sondern vor allem die unbeirrbare Loyalität.
Ursula März - ZEIT online

Was von der Vielschichtigkeit des Stoffes her wie eine Serie von David Simon ("The Wire", "The Deuce") erscheint, war in seiner ersten Ausformung tatsächlich ein britische Miniserie aus den Achtzigern. Dass McQueen und seine Co-Autorin Gillian Flynn ("Gone Girl", "Sharp Objects") die Geschichte auf einen Film verdichtet haben, überrascht zunächst. Genug Fährten, denen man durch die Stadt in die Häuser, Büros, Hinterzimmer und Betten der vielen Figuren hätte folgen können, wären für mehrere Episoden ausgelegt gewesen.
Doch McQueen und Flynn wollen ihren Figuren nicht folgen, sondern in ihre Gesichter und auf ihre Körper blicken, sich ihre Geschichten durch den Bluterguss unterm Auge der schönen Alice (Elizabeth Debicki) und die durchtrainierten Bauchmuskeln der gestressten Multi-Jobberin Elle (Cynthia Erivo) erzählen lassen.
Hannah Pilarczyk - SPIEGEL online

Inhaltlich ermöglicht die Geschichte der Emanzipation der drei Witwen, die sich aus dem Schatten ihrer Männer und deren kriminellen Milieu lösen wollen, einen Blick auf den amerikanischen Politikbetrieb, in dem Posten in Familien „vererbt“ werden. Hier ist – wie auch in Clooneys IDEN DES MÄRZ – jedes Mittel Recht, um den Gegner zu schädigen. Selbstverständlich eine klare Anspielung auf aktuelle amerikanische und internationale Politskandale und Verwicklungen.
Der Film entlarvt quasi im Vorbeigehen den Filz von Politik, kriminellen Gangs und Polizei, gleichzeitig gibt dieser der Handlung ihre Dynamik. Der korrupten Männerwelt setzen die vier Frauen ihren Entwurf einer friedlichen Welt mit Familie und eigenem Auskommen entgegen. Das moralische Vergehen, das vor der Verwirklichung dieser Chance steht, verzeiht der Zuschauer den smarten und sympathischen Ladys daher gerne.
Auch die deutsche Synchronisation kann mit der künstlerischen Qualität des Films mithalten, mit dem Steve McQueen dem uramerikanischen Genre des Gangsterfilms ein Meisterwerk hinzufügt.
Prädikat "besonders wertvoll" - Auszug aus der Jury Begründung

Trailer

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