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Beale Street

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Barry Jenkins hat diesen Roman (der in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Beale Street Blues“ kürzlich bei dtv erschienen ist) verfilmt, Regina King für die Rolle von Tishs Mutter gerade einen Oscar gewonnen. Es ist ein Film in warmen Farben, der die Liebe ins Zentrum stellt und sie keinen Moment aus den Augen verliert. Auch hier sind die Verhältnisse erschütternd, auch hier ist die Aktualität des Befundes über den Rassismus in Amerika greifbar wie auch seine historische Kontinuität. Aber dennoch ist dies ein Film der Ermächtigung, der den Figuren enormen Handlungsspielraum einräumt. Nur Daniel, niederschmetternd gespielt von Brian Tyree Henry, ist nach mehreren Gefängnisaufenthalten geschlagen, er wird nicht mehr auf die Beine kommen können. Die eine große Szene, die er in diesem Film hat, reicht, um das volle Ausmaß der Brutalität, der diese Figuren ausgesetzt sind, zu ermessen.
Barry Jenkins verehrt Baldwin und ist deshalb nah an der Vorlage geblieben. Trotzdem weist sein neuer Film auch zurück auf seinen letzten, auf „Moonlight“ – in der Rolle der Musik, der Farben, der atmosphärischen Dichte. Es wird ein Stil sichtbar, der Jenkins jetzt schon zu einem der wichtigen Autoren des zeitgenössischen Kinos macht.
Verena Luecken - FAZ



Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu

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Reichtum bringt den Untergang

Wie Macht und Gier die Menschen verändern, zeigen Cristina Gallego und Ciro Guerra in ihrem bildstarken Drogenwestern um einen kolumbianischen Familienclan, der mit Marihuana reich wird, ins Kokain-Geschäft einsteigt und eine Spirale der Gewalt entfesselt. Ähnlich wie in „Der Schamane und die Schlange“ (Regie: Ciro Guerra, Produktion: Cristina Gallego) wird in teils surrealen Bildern eine Geschichte über die indigene Bevölkerung Kolumbiens erzählt. Doch diesmal geht es nicht um das Zusammentreffen der Kulturen, sondern bereits um die Verlockungen des Kapitalismus - ein epischer Arthouse-Thriller über die Vorgeschichte des Medellin-Kartells.
programmkino.de



Die Berufung

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RBG Doppelpack - Teil 1 - Spielfilm über die Anfänge

Superfrau mit Richterhammer
In der Hollywoodversion landet Ruth Bader Ginsburg nach zwölf gescheiterten Jobinterviews bei einem eigentlich sympathischen Anwalt, der von der jungen Frau beeindruckt ist und sagt: "Eine Frau, eine Mutter und eine Jüdin! Ich bin überrascht, dass man Sie durch die Tür gelassen hat!" Die Ehefrauen seiner Angestellten würden eine hübsche junge Frau, die so eng mit ihren Ehemännern zusammenarbeitet, nicht dulden, sagt er, und schickt sie fort.
In der Wirklichkeit erging es Ginsburg kaum anders. Also wurde sie Professorin an der Rutgers University in New Jersey und war eine von weniger als 20 Juraprofessorinnen des Landes. Sie verdiente weniger als ihre männlichen Kollegen, weil sie – so die damalige Begründung – einen Ehemann hatte, der sich um sie kümmerte. In vielen der Fälle, die sie später als Anwältin übernahm, kämpfte Ginsburg gegen Ungerechtigkeiten, die ihr selbst widerfahren waren.
Die ZEIT



Männerfreundschaften

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Was wie ein verspielter, leicht abgedrehter Workshopfilm zum Thema „Wie schwul war die deutsche Klassik?“ beginnt, entwickelt sich zum unterhaltsamen Genremix. Dazu gehören seriöse journalistische Interviews sowie ernsthaft recherchierte historische und literaturwissenschaftliche Hintergründe, aber auch immer wieder gestellte Szenen, die in typisch lustvoller Rosa von Praunheim-Manier Goethe, Schiller & Co. aus moderner Sicht betrachten. Die Reise in die erotische Vergangenheit der deutschen Dichtung ist auf jeden Fall sehr vergnüglich, nicht nur für Germanisten aller Geschlechter, und bietet jede Menge interessanten Gesprächsstoff.
programmkino.de



Offenes Geheimnis

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Der iranische Regisseur Asghar Farhadi sorgte mit seinen letzten Werken für internationales Aufsehen. Mit „Offenes Geheimnis“ – im Original: „Everybody Knows“ – durfte er dieses Jahr sogar das renommierte Filmfestival von Cannes eröffnen. Darin schildert er eine dramatische Entführung auf ganz ungewohnte Weise, indem er diese lediglich zum Anlass nimmt, in die charakterlichen Untiefen einer Familie vorzudringen und auf in seiner eigenen ruhigen, beklemmenden Weise Abgründe, Geheimnisse und Lebenslügen zu sezieren.
programmkino.de



RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit

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RBG Doppelpack - Teil 2 - Die Dokumentation ihres Wirkens

Die lebende Freiheitsstatue
Der Film "RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit" porträtiert seine Protagonistin als eine Frau des Konsenses. Mittlerweile ist die 85-Jährige eine Ikone der liberalen USA, wird in Internet-Memes als Superheldin dargestellt, der Spruch "Can't Spell Truth Without Ruth" steht auf T-Shirts und Kaffeetassen. Dieser Aufstieg Ginsburgs zum popkulturellen Phänomen und liberal darling liegt, so betonen es Betsy West und Julie Cohen in ihrem Dokumentarfilm "RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit", weniger an einer Radikalisierung ihrer Ansichten als am veränderten politischen Klima und einem in den letzten zwei Jahrzehnten neu zusammengesetzten Gericht. Zunehmend formuliert die Frau des Konsenses nicht mehr die Mehrheitsurteile, sondern meldet einen Dissens an. In der aktuellsten Fassung der Gesinnungsgrafik sitzt sie nun fast ganz links.
Der SPIEGEL



Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit

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Vielleicht ist ein Künstler der Richtige, einen Film über einen Künstler zu drehen. Zumal es dem Maler und Filmemacher Julian Schnabel in „Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit“ weniger darum geht, einen klassischen biographischen Film zu drehen, als einen filmischen Weg zu finden, den besonderen Blick zu verstehen, den van Gogh auf die Welt hatte. Ein außerordentlicher Film über einen außerordentlichen Maler..
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