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Der unverhoffte Charme des Geldes

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Was passiert, wenn einem erklärten Kapitalismuskritiker plötzlich mehrere Millionen Dollar vor die Füße fallen? So beginnt kein Ökonomenwitz, sondern der neue Film von Denys Arcand „Der unverhoffte Charme des Geldes“. Kurierfahrer Pierre-Paul (Alexandre Landry) gerät in ebendieses Dilemma. Er hat seinen Doktor in Philosophie gemacht und zitiert, während er mit seiner Freundin Schluss macht, im Café schon mal Wittgenstein. Hinter der Fassade stetiger Ethikaphorismen aber ist er ein tapsiger Weltverbesserer, der sich irgendwie durchschlägt, ohne seine Moral zu kompromittieren. Als es auf seiner Kurierroute zu einem Raubüberfall mit Schießerei kommt, schnappt er sich kurzerhand zwei Geldsäcke. Nun sind Mafia, Ermittler und die Finanzbehörde hinter ihm her.
FAZ



Ein Gauner & Gentleman

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Die Komödie in der Regie von David Lowery spielt in den Achtzigerjahren in den USA, auch die Körnung und Kadrierung des Films simulieren einen "Eighties Look". Held ist der Bankräuber Forrest Tucker, den es tatsächlich gegeben hat und der es sich zur Aufgabe machte, den Beruf des Kriminellen mit größtmöglichem Charme auszuüben. Kein Stress, kein Druck, keine Eile sollten seine Banküberfälle überschatten. Robert Redford erfüllt diesen Anspruch mit einer geradezu einlullenden Galanterie. Ein übertölpelter Bankdirektor gesteht der Polizei nach einem Überfall verblüfft: "Er war so nett, ja sogar höflich." Wer kann so einem Verführer widerstehen?
Tomasz Kurianowicz - zeit.de



Joker

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Schon im letzten Jahr rockte Todd Phillips als Produzent den Lido mit seiner Wiederverfilmung von A STAR IS BORN, überließ aber Lady Gaga und Bradley Cooper die Glamour-Show. Damals ‘außer Konkurrenz’, stellte er sich in diesem Jahr dem Wettbewerb und überflügelte die Konkurrenz wie selten zuvor ein Film es tat. JOKER ist tatsächlich auf allen Ebenen ein Meisterwerk. Die Story als Prequel angelegt, das Art-Design beeinflusst vom New York der siebziger Jahre, ein origineller Soundtrack und bewegende Tanz-Choreographien werden noch getoppt von der sensationellen schauspielerischen Leistung von Joaquin Phoenix, die schon jetzt nach einem Oscar schreit.
programmkino.de



Late Night

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„Late Night“ liefert also nicht bloß einen Einblick hinter die Kulissen von Late Night Shows, Fernsehsendern und Quotendruck, sondern ist zugleich ein aufrichtiges Plädoyer für Frauen und gegenseitige Rücksichtnahme. Ohne stets den unangenehmen Zeigefinger zu schwingen und die Schuld für das stete Abfallen des Sendungsimages bei den „alten weißen Männern“ zu suchen, ist Kailings Geschichte ein charmanter Appell an Diversität und das, was folgt, wenn man diese wie selbstverständlich auslebt. Die Pointen treffen ins Schwarze – der Trailer wirbt nicht umsonst mit „Von dem Studio von ‘The Big Sick‘“ – die emotionalen Aspekte der Geschichte zünden ebenfalls und am Ende steht das unbedingte Streben nach Harmonie und gegen die ausgeprägte Ellenbogengesellschaft. Richtig gut.
Antje Wessels - programmkino.de



Männerfreundschaften

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Was wie ein verspielter, leicht abgedrehter Workshopfilm zum Thema „Wie schwul war die deutsche Klassik?“ beginnt, entwickelt sich zum unterhaltsamen Genremix. Dazu gehören seriöse journalistische Interviews sowie ernsthaft recherchierte historische und literaturwissenschaftliche Hintergründe, aber auch immer wieder gestellte Szenen, die in typisch lustvoller Rosa von Praunheim-Manier Goethe, Schiller & Co. aus moderner Sicht betrachten. Die Reise in die erotische Vergangenheit der deutschen Dichtung ist auf jeden Fall sehr vergnüglich, nicht nur für Germanisten aller Geschlechter, und bietet jede Menge interessanten Gesprächsstoff.
programmkino.de



Nurejew - The White Crow

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In seiner dritten Regiearbeit erzählt der britische Schauspiel-Star Ralph Fiennes („Der englische Patient“) die wahre Geschichte des sowjetischen Ballett-Stars Rudolf Nureyev. Nach einem Gastspiel in Frankreich weigert sich der Tänzer nach Moskau zurückzukehren. Am Pariser Flughafen Le Bourget kommt es am 16. Juni 1961 zu einer spektakulären Flucht. Nureyev entkommt seinen Aufpassern vom KGB und bittet die Flughafen-Polizei um politisches Asyl. Statt linearer Erzählform entwickelt sich das Biopic über den exzentrischen Ballett-Egomanen mit Rückblenden. Jungstar Louis Hofmann gibt mit gewohnter Leinwandpräsenz den deutschen Lover. Beim dramatischen Flucht-Finale auf dem Flugplatz erreicht Fiennes fast Hitchcock-Qualitäten. So ambitioniert gemacht, können Künstler-Biopics sich sehen lassen!.
programmkino.de



Offenes Geheimnis

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Der iranische Regisseur Asghar Farhadi sorgte mit seinen letzten Werken für internationales Aufsehen. Mit „Offenes Geheimnis“ – im Original: „Everybody Knows“ – durfte er dieses Jahr sogar das renommierte Filmfestival von Cannes eröffnen. Darin schildert er eine dramatische Entführung auf ganz ungewohnte Weise, indem er diese lediglich zum Anlass nimmt, in die charakterlichen Untiefen einer Familie vorzudringen und auf in seiner eigenen ruhigen, beklemmenden Weise Abgründe, Geheimnisse und Lebenslügen zu sezieren.
programmkino.de



Porträt einer jungen Frau in Flammen

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Céline Sciamma, die auch das (in Cannes mit einer Palme ausgezeichnete) Drehbuch zu ihrem Film geschrieben hat, erzählt von der Liebe zweier Frauen im vorrevolutionären Frankreich. Es geht um Begehren, Zögern, Verlocken, Erkennen, um Lust. Da die eine Frau, Marianne, gespielt von Noémie Merlant, eine Malerin, die andere, Héloise, gespielt von Adèle Haenel, ihr Modell, obwohl sie das lange nicht weiß, geht es ebenso um Fragen der Kunst, der Repräsentation, der Poesie. Vor allem aber, da es sich um Kino handelt, geht es darum, wie eine Geschichte aus jener Zeit in einem Film von heute aussehen kann – einem Kostümfilm, als sei es der erste überhaupt. Einem Liebesfilm, als hätte es kaum einen zuvor gegeben. Einem Künstlerinnenporträt jenseits akademischer Grabenkämpfe und jenseits der Vorstellung vom einsam Genialischen..
Verena Lueken - FAZ




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