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A Rainy Day in New York

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Die Stadt, die wir in "A Rainy Day in New York" erleben, ist von Woody Allen über Jahrzehnte quasi im Alleingang geschaffen worden, ein Märchen-, ein Traumreich, bevölkert mit verdrucksten, manchmal langweiligen Protagonisten, in den gediegenen Apartments von Manhattan, wo der junge Held - sein Name ist Gatsby - sich unwiderstehlich zum Flügel hingezogen fühlt, um dort den Song "Everything Happens to Me" zu intonieren. Vittorio Storaro, der einst die Filme von Bertolucci und Coppola grandios zum Leuchten brachte, lässt nun hier sein warmes, dichtes Licht wieder durch das Grau der regnerischen Stadt dringen, sehr sophisticated, illuminiert von großer Philosophie von Aristoteles bis Wittgenstein.
Fritz Göttler - SZ



Bernadette

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Die Romanvorlage bestand aus digitalen Spuren, aber weil Bildschirme im Kino nicht funktionieren, ist der Film ein eigenes Kunstwerk
Bernadette ist die Titel-Heldin in Richard Linklaters neuem Film, eine zweite Hauptrolle spielt ihr Haus, eine alte Villa mit Geheimzimmern und Park, auf charmante Art heruntergekommen und doch irgendwie gemütlich. Bernadette ist sozusagen vom Fach. Sie war einmal Architektin, und einmal taucht ein kleiner Dokumentarfilm über sie auf, der erklärt, was es mit ihr auf sich hat. Vor der Geburt von Bee galt sie als visionäre Architektin, aber ihr Paradeprojekt in Los Angeles wurde von einem dämlichen Fernsehstar niedergerissen. Der Beruf trieb Elgie nach Seattle und Bernadette in die innere Immigration.
Susan Vahabzadeh - sueddeutsche.de



Die schönste Zeit unseres Lebens

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Das eigentliche Zentrum der Geschichte aber ist Doria Tillier als Antoines Freundin Margot, die zugleich die Hauptrolle in der Reinszenierung von Victors Jugend spielt. Tillier hat ihre Karriere als Wetterfee und Fernsehschönheit begonnen, und eine Zeitlang erliegt man der Täuschung, dass sie nur wegen ihres Aussehens vor der Kamera steht. Doch dann begreift man, dass sie für Bedos dasselbe tut, was Fanny Ardant für Truffaut getan hat. Sie ist das Objekt der Begierde, das deren Subjekte an der Nase herumführt. In einer Szene spielt sie Auteuil, der sich in sie verliebt hat, ein Familienleben mit Mann und Baby in der Banlieue vor, und einen Moment lang glaubt man selbst, was er glauben soll. Dann, plötzlich, ist das Wohnzimmer nur Kulisse und der Säugling bloß ein Requisit. Gerade dadurch, dass er seine Täuschungen permanent enthüllt, weckt Bedos unser Bedürfnis, der nächsten, noch besseren Täuschung zu trauen. Wir alle haben unseren ganz persönlichen 16. Mai 1974 im Hinterkopf; es kommt nur darauf an, dass ein Film ihn trifft.
Andreas Kilb- FAZ



Lara

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Kaum zwei Minuten sind vergangen, da meint man schon, sehr viel über Lara zu wissen
Es ist schon erstaunlich, wie viel man hier über ein Leben erfährt, ohne dass die üblichen, eher schwerfälligen Mittel der Exposition bemüht werden. Kaum zwei Minuten Filmzeit sind vergangen, da meint man schon sehr viel über diese Lara zu wissen. Das leitet sich aus der Textur des Ortes und den gedrosselten Regungen der Titelheldin ab, so konsequent und genau, dass man sofort in die Geschichte hineingezogen wird. Der Regisseur Jan-Ole Gerster vertraut auf die Sinnlichkeit der Orte und die Kraft spärlichster Dialoge, beides immer noch kostbare Eigenschaften im deutschen Kino.
Anke Sterneborg - sueddeutsche.de



Late Night

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„Late Night“ liefert also nicht bloß einen Einblick hinter die Kulissen von Late Night Shows, Fernsehsendern und Quotendruck, sondern ist zugleich ein aufrichtiges Plädoyer für Frauen und gegenseitige Rücksichtnahme. Ohne stets den unangenehmen Zeigefinger zu schwingen und die Schuld für das stete Abfallen des Sendungsimages bei den „alten weißen Männern“ zu suchen, ist Kailings Geschichte ein charmanter Appell an Diversität und das, was folgt, wenn man diese wie selbstverständlich auslebt. Die Pointen treffen ins Schwarze – der Trailer wirbt nicht umsonst mit „Von dem Studio von ‘The Big Sick‘“ – die emotionalen Aspekte der Geschichte zünden ebenfalls und am Ende steht das unbedingte Streben nach Harmonie und gegen die ausgeprägte Ellenbogengesellschaft. Richtig gut.
Antje Wessels - programmkino.de



Männerfreundschaften

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Was wie ein verspielter, leicht abgedrehter Workshopfilm zum Thema „Wie schwul war die deutsche Klassik?“ beginnt, entwickelt sich zum unterhaltsamen Genremix. Dazu gehören seriöse journalistische Interviews sowie ernsthaft recherchierte historische und literaturwissenschaftliche Hintergründe, aber auch immer wieder gestellte Szenen, die in typisch lustvoller Rosa von Praunheim-Manier Goethe, Schiller & Co. aus moderner Sicht betrachten. Die Reise in die erotische Vergangenheit der deutschen Dichtung ist auf jeden Fall sehr vergnüglich, nicht nur für Germanisten aller Geschlechter, und bietet jede Menge interessanten Gesprächsstoff.
programmkino.de



Nurejew - The White Crow

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In seiner dritten Regiearbeit erzählt der britische Schauspiel-Star Ralph Fiennes („Der englische Patient“) die wahre Geschichte des sowjetischen Ballett-Stars Rudolf Nureyev. Nach einem Gastspiel in Frankreich weigert sich der Tänzer nach Moskau zurückzukehren. Am Pariser Flughafen Le Bourget kommt es am 16. Juni 1961 zu einer spektakulären Flucht. Nureyev entkommt seinen Aufpassern vom KGB und bittet die Flughafen-Polizei um politisches Asyl. Statt linearer Erzählform entwickelt sich das Biopic über den exzentrischen Ballett-Egomanen mit Rückblenden. Jungstar Louis Hofmann gibt mit gewohnter Leinwandpräsenz den deutschen Lover. Beim dramatischen Flucht-Finale auf dem Flugplatz erreicht Fiennes fast Hitchcock-Qualitäten. So ambitioniert gemacht, können Künstler-Biopics sich sehen lassen!.
programmkino.de



Offenes Geheimnis

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Der iranische Regisseur Asghar Farhadi sorgte mit seinen letzten Werken für internationales Aufsehen. Mit „Offenes Geheimnis“ – im Original: „Everybody Knows“ – durfte er dieses Jahr sogar das renommierte Filmfestival von Cannes eröffnen. Darin schildert er eine dramatische Entführung auf ganz ungewohnte Weise, indem er diese lediglich zum Anlass nimmt, in die charakterlichen Untiefen einer Familie vorzudringen und auf in seiner eigenen ruhigen, beklemmenden Weise Abgründe, Geheimnisse und Lebenslügen zu sezieren.
programmkino.de



Official Secrets

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„Official Secrets“ erzählt die Geschichte um die Whistleblowerin Katharine Gun, die 2013 brisante Informationen der NSA über den Irak-Krieg leakte. Die Geschichte wird realitätsnah und mitreißend erzählt.
Jeder weiß, wer Edward Snowden ist. Auch Chelsea Manning ist den meisten ein Begriff. Die Übersetzerin Katharine Gun hingegen wurde nicht weltberühmt durch das große Risiko, das sie einging: Sie leakte 2003 eine schriftliche Anweisung der NSA an sie und ihre Kollegen beim britischen Nachrichtendienst GCHQ, gezielt die Vertreter kleinerer Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrates auszuspionieren. Amerika und Großbritannien wollten gemeinsam den Irak-Krieg durchsetzen und erhofften sich die Zustimmung des Gremiums – dafür waren sie auch bereit, andere mit belastenden Informationen zu erpressen. Die Geschichte dieses Leaks und der anschließenden Strafverfolgung Katharine Guns ist feinstes Kinomaterial. Umso erstaunlicher, dass nicht einmal Guns Landsfrau Keira Knightley sie kannte, die die Whistleblowerin in „Official Secrets“ darstellt.
Julia Bähr - FAZ




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