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Beale Street

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Barry Jenkins hat diesen Roman (der in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Beale Street Blues“ kürzlich bei dtv erschienen ist) verfilmt, Regina King für die Rolle von Tishs Mutter gerade einen Oscar gewonnen. Es ist ein Film in warmen Farben, der die Liebe ins Zentrum stellt und sie keinen Moment aus den Augen verliert. Auch hier sind die Verhältnisse erschütternd, auch hier ist die Aktualität des Befundes über den Rassismus in Amerika greifbar wie auch seine historische Kontinuität. Aber dennoch ist dies ein Film der Ermächtigung, der den Figuren enormen Handlungsspielraum einräumt. Nur Daniel, niederschmetternd gespielt von Brian Tyree Henry, ist nach mehreren Gefängnisaufenthalten geschlagen, er wird nicht mehr auf die Beine kommen können. Die eine große Szene, die er in diesem Film hat, reicht, um das volle Ausmaß der Brutalität, der diese Figuren ausgesetzt sind, zu ermessen.
Barry Jenkins verehrt Baldwin und ist deshalb nah an der Vorlage geblieben. Trotzdem weist sein neuer Film auch zurück auf seinen letzten, auf „Moonlight“ – in der Rolle der Musik, der Farben, der atmosphärischen Dichte. Es wird ein Stil sichtbar, der Jenkins jetzt schon zu einem der wichtigen Autoren des zeitgenössischen Kinos macht.
Verena Luecken - FAZ



Der Junge muss an die frische Luft

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Nach dem erfolgreich verfilmten Jakobsweg-Bestseller „Ich bin dann mal weg“ veröffentlichte der Entertainer Hape Kerkeling 2014 mit „Der Junge muss an die frische Luft - Meine Kindheit und ich“ autobiographische Kindheitserlebnisse. Die renommierte Regisseurin Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“) bringt das persönliche Buch nun als herzliche, prominent besetzte Tragikomödie ins Kino. Ihr gelingt ein gut unterhaltendes und hochwertig ausgestattetes Biopic im Ruhrpott-Milieu der 1970er Jahre. Der berührende, teils tieftraurige Film über Familienbande punktet insbesondere mit dem treffsicher besetzten Nachwuchsdarsteller Julius Weckauf.
programmkino.de



Die Berufung

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RBG Doppelpack - Teil 1 - Spielfilm über die Anfänge

Superfrau mit Richterhammer
In der Hollywoodversion landet Ruth Bader Ginsburg nach zwölf gescheiterten Jobinterviews bei einem eigentlich sympathischen Anwalt, der von der jungen Frau beeindruckt ist und sagt: "Eine Frau, eine Mutter und eine Jüdin! Ich bin überrascht, dass man Sie durch die Tür gelassen hat!" Die Ehefrauen seiner Angestellten würden eine hübsche junge Frau, die so eng mit ihren Ehemännern zusammenarbeitet, nicht dulden, sagt er, und schickt sie fort.
In der Wirklichkeit erging es Ginsburg kaum anders. Also wurde sie Professorin an der Rutgers University in New Jersey und war eine von weniger als 20 Juraprofessorinnen des Landes. Sie verdiente weniger als ihre männlichen Kollegen, weil sie – so die damalige Begründung – einen Ehemann hatte, der sich um sie kümmerte. In vielen der Fälle, die sie später als Anwältin übernahm, kämpfte Ginsburg gegen Ungerechtigkeiten, die ihr selbst widerfahren waren.
Die ZEIT



Männerfreundschaften

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Was wie ein verspielter, leicht abgedrehter Workshopfilm zum Thema „Wie schwul war die deutsche Klassik?“ beginnt, entwickelt sich zum unterhaltsamen Genremix. Dazu gehören seriöse journalistische Interviews sowie ernsthaft recherchierte historische und literaturwissenschaftliche Hintergründe, aber auch immer wieder gestellte Szenen, die in typisch lustvoller Rosa von Praunheim-Manier Goethe, Schiller & Co. aus moderner Sicht betrachten. Die Reise in die erotische Vergangenheit der deutschen Dichtung ist auf jeden Fall sehr vergnüglich, nicht nur für Germanisten aller Geschlechter, und bietet jede Menge interessanten Gesprächsstoff.
programmkino.de



Offenes Geheimnis

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Der iranische Regisseur Asghar Farhadi sorgte mit seinen letzten Werken für internationales Aufsehen. Mit „Offenes Geheimnis“ – im Original: „Everybody Knows“ – durfte er dieses Jahr sogar das renommierte Filmfestival von Cannes eröffnen. Darin schildert er eine dramatische Entführung auf ganz ungewohnte Weise, indem er diese lediglich zum Anlass nimmt, in die charakterlichen Untiefen einer Familie vorzudringen und auf in seiner eigenen ruhigen, beklemmenden Weise Abgründe, Geheimnisse und Lebenslügen zu sezieren.
programmkino.de



RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit

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RBG Doppelpack - Teil 2 - Die Dokumentation ihres Wirkens

Die lebende Freiheitsstatue
Der Film "RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit" porträtiert seine Protagonistin als eine Frau des Konsenses. Mittlerweile ist die 85-Jährige eine Ikone der liberalen USA, wird in Internet-Memes als Superheldin dargestellt, der Spruch "Can't Spell Truth Without Ruth" steht auf T-Shirts und Kaffeetassen. Dieser Aufstieg Ginsburgs zum popkulturellen Phänomen und liberal darling liegt, so betonen es Betsy West und Julie Cohen in ihrem Dokumentarfilm "RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit", weniger an einer Radikalisierung ihrer Ansichten als am veränderten politischen Klima und einem in den letzten zwei Jahrzehnten neu zusammengesetzten Gericht. Zunehmend formuliert die Frau des Konsenses nicht mehr die Mehrheitsurteile, sondern meldet einen Dissens an. In der aktuellsten Fassung der Gesinnungsgrafik sitzt sie nun fast ganz links.
Der SPIEGEL



The Favourite - Intrigen und Irrsinn

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"The Favourite" ist der dritte englischsprachige Film, den der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos drehte, alle für die irische Produktionsgesellschaft Element Pictures. Der Film ist opulent und derb und fies und ungemein erfolgreich, er hat auf dem Filmfestival Venedig Kritik und Publikum begeistert und Preise abgeholt, und wird nun als mehrfacher Oscar-Anwärter gehandelt. Es ist ein bewährtes Genre, eins von Hollywoods liebsten, das Lanthimos hier bedient, den Zickenkrieg (und der deutsche Untertitel definiert gleich, was damit gemeint ist: "Intrigen und Irrsinn").
[...] Bei Lanthimos steht die großartige Olivia Colman im Mittelpunkt (noch ein Merkmal: Zickenkriege halten tolle Frauenrollen bereit), als Queen Anne, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts regiert. England steht im Krieg mit Frankreich, um den zu finanzieren, müssen die Steuern erhöht werden. Die Fronten der machtgeilen Intriganten verlaufen quer durch die Parteien, und die politischen Interessen spielen überall mit, selbst beim Sex.

Fritz Göttler - suedeutsche.de



Vice - Der zweite Mann

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Der Meister-Puppenspieler

Tobias Kniebe suedeutsche.de




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