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Dabei gelingt Goller, der sein besonderes Faible für lebenstherapeutische Reisen zu zweit zuletzt in »Simpel« zelebriert hat, eine schöne Mischung aus nachdenklicher Tiefgründigkeit und luftig beschwingter Leichtigkeit. Die Chemie zwischen Lars Eidinger und Bjarne Mädel funktioniert so gut, dass man sich fragt, warum nicht schon längst mal jemand auf die Idee gekommen ist, die beiden zusammenzubringen. Die schwarzen Anzüge und weißen Hemden, die sie von der Beerdigung ihres Vaters durch den ganzen Film tragen, werden im Verlauf des Films immer lockerer, zerknitterter und dreckiger. Sie versinnbildlichen die ­allmähliche Ablösung von den Zwängen ihres Lebens. Und wenn sich Christian seine im Wind flatternde Krawatte wie einen Indianerkopfputz um den Kopf schlingt, sieht das schon nach ganz großer Freiheit aus.
epd-film.de



Der Junge muss an die frische Luft

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Nach dem erfolgreich verfilmten Jakobsweg-Bestseller „Ich bin dann mal weg“ veröffentlichte der Entertainer Hape Kerkeling 2014 mit „Der Junge muss an die frische Luft - Meine Kindheit und ich“ autobiographische Kindheitserlebnisse. Die renommierte Regisseurin Caroline Link („Nirgendwo in Afrika“) bringt das persönliche Buch nun als herzliche, prominent besetzte Tragikomödie ins Kino. Ihr gelingt ein gut unterhaltendes und hochwertig ausgestattetes Biopic im Ruhrpott-Milieu der 1970er Jahre. Der berührende, teils tieftraurige Film über Familienbande punktet insbesondere mit dem treffsicher besetzten Nachwuchsdarsteller Julius Weckauf.
programmkino.de



Männerfreundschaften

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Was wie ein verspielter, leicht abgedrehter Workshopfilm zum Thema „Wie schwul war die deutsche Klassik?“ beginnt, entwickelt sich zum unterhaltsamen Genremix. Dazu gehören seriöse journalistische Interviews sowie ernsthaft recherchierte historische und literaturwissenschaftliche Hintergründe, aber auch immer wieder gestellte Szenen, die in typisch lustvoller Rosa von Praunheim-Manier Goethe, Schiller & Co. aus moderner Sicht betrachten. Die Reise in die erotische Vergangenheit der deutschen Dichtung ist auf jeden Fall sehr vergnüglich, nicht nur für Germanisten aller Geschlechter, und bietet jede Menge interessanten Gesprächsstoff.
programmkino.de



Offenes Geheimnis

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Der iranische Regisseur Asghar Farhadi sorgte mit seinen letzten Werken für internationales Aufsehen. Mit „Offenes Geheimnis“ – im Original: „Everybody Knows“ – durfte er dieses Jahr sogar das renommierte Filmfestival von Cannes eröffnen. Darin schildert er eine dramatische Entführung auf ganz ungewohnte Weise, indem er diese lediglich zum Anlass nimmt, in die charakterlichen Untiefen einer Familie vorzudringen und auf in seiner eigenen ruhigen, beklemmenden Weise Abgründe, Geheimnisse und Lebenslügen zu sezieren.
programmkino.de



Rafiki

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Dieser Film leuchtet

Mit ihrem Debütfilm "Rafiki" erzählt die Kenianerin Wanuri Kahiu nicht nur eine lesbische Liebesgeschichte jenseits von Afrika-Klischees, sie entwirft eine knallbunte Ästhetik.
Neue Bilder aus Afrika verspricht die junge Regisseurin, die wie viele Künstler_innen keine Lust mehr hat auf das, was sie "Agenda-Kunst" nennt: in Entwicklungshilfelogik verstrickte Problematisierungen des afrikanischen Alltags, durchweg auf Hunger, Armut und Aids beschränkte Darstellungen unglücklicher Menschen, denen nur von außen geholfen werden kann.
Kahiu hat eine künstlerische Bewegung gegründet, die sie "Afrobubblegum" nennt. Sie meint damit keine Flucht vor Problemen, sondern den stolzen, aber auch ein bisschen frivolen Zukunftsentwurf einer Jugend, die gelernt hat, ihre eigenen Bilder in die globalisierte Popkultur einzuschleusen. "Spaß ist politisch", weiß sie und forderte mit ihrer farbenfroh-alltagsnahen lesbischen Liebesgeschichte, die als erster kenianischer Film nach Cannes eingeladen wurde, die staatlichen Zensurbehörden heraus.
Der SPIEGEL



Shoplifters

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Bei seinem siebten Streich in Cannes hat es für Hirokazu Kore-eda geklappt: Die Goldene Palme für sein großartig sensibles Drama „Shoplifters“. Wie so oft geht es dem japanischen Meisterregisseur um Familie und gesellschaftliche Außenseiter. Ein Ladendieb und eine Arbeiterin finden nachts auf der Straße ein vernachlässigtes Mädchen und nehmen es spontan bei sich auf. Kleine Leute mit großem Herzen demonstrieren wie Würde geht und Solidarität - just in jenem Japan, wo gnadenloser Konkurrenzkampf und rigoroser Leistungsdruck das Leben beherrschen. Ein berührendes Lehrstück in Humanismus und Nächstenliebe - ganz ohne Zeigefinger oder moralinsaure Predigt. Premierminister Shinzo Abe wollte dem Regisseur nicht zur Palme gratulieren. Das übernahm das Volk und bescherte dem Drama das beste Kassenergebnis eines japanischen Films in diesem Jahr.
programmkino.de



Vice - Der zweite Mann

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Der Meister-Puppenspieler

Tobias Kniebe suedeutsche.de



Widows

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Hochkarätig besetzt schickt Oscar®-Preisträger Steve McQueen drei couragierte Witwen im korrupten Großstadtdschungel Chicago auf Raubzug. Damit bricht der ehemalige Videokünstler in seinem packenden Thriller mit Geschlechterklischees. Denn meist legen Männer die Welt ohne weibliche Unterstützung in Schutt und Asche. Diesmal zeigt eine starke Riege aus Frauen, dass sie ihnen bei diesem Coup in nichts nachstehen. Mit Viola Davis oscarreifer Leistung in der Hauptrolle verweigert sich der Turner-Preisträger einmal mehr den rassistischen Strukturen des Hollywood-Filmbusiness. Dass seine afroamerikanische Leading Lady gleich zu Beginn mit dem irischen Schwergewicht Liam Neeson liebevoll das Bett teilt, ein weiterer Affront. Denn gemischte Beziehungen auf der Leinwand sind nach wie vor eher selten.
programmkino.de"




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