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Das Familienfoto
Photo de famille
Frankreich 2018, 99 min
• Mitwirkende
Gabrielle: Vanessa Paradis
Elsa: Camille Cottin
Mao: Pierre Deladonchamps
Pierre: Jean-Pierre Bacri
• Crew
Regie: Cécilia Rouaud
Buch: Cécilia Rouaud
Musik: Alexandre Lier & Sylvain Ohrel & Nicolas Weil
Kamera: Alexis Kavyrchine
Schnitt: Fabrice Rouaud

 

Das Familienfoto

Pressestimmen

Ganz normaler Wahnsinn
"Das Familienfoto" zeigt den ganz normalen Wahnsinn einer Pariser Familie: Die Eltern auf dem Selbsterfahrungs-Trip, die Kinder auf der Suche nach einem Platz im Leben - die Oma, die eigentlich die Familie immer zusammengehalten hat, wird da auf einmal zur Belastung. Ihr Wunsch, im geliebten St. Julien zu sterben, wo sie mit den Enkelkindern einst die Sommmerferien verbracht hat und wo die schönsten Familienfotos entstanden sind, wird überhaupt nicht ernstgenommen.

Cecilia Rouaud erzählt ihre Geschichte beinahe beiläufig, ohne Herz-Schmerz Klischees und unnötige Schwarzweiß-Malerei. Die Kamera von Alexis Kavyrchine ist immer dabei, wird aber nie penetrant oder voyeuristisch und die Schauspieler-Riege um Chanson-Star Vanessa Paradis passt sich dem unaufgeregten Ton des Drehbuchs an. "Das Familienfoto" ist ein Film, der humorvoll ist, ohne in Albernheiten abzugleiten, der berührend ist, aber nicht kitschig – und der am Ende eine Botschaft bereithält: Unter Freundschaften oder Beziehungen kann man irgendwann einen Schlussstrich ziehen, wenn man das Gefühl hat, es geht nicht mehr. Aber Familie bleibt immer Familie – im Guten wie im Bösen.
Carsten Beyer - rbbKultur

Nach ihrem vielversprechenden Langfilmdebüt »Je me suis fait tout petit« (2012) erfüllt Regisseurin Cécilia Rouaud in ihrem zweiten Film die Erwartungen. Die Pro­blemhäufung ihres Dreigenerationenfilms scheint erdrückend, und doch inszeniert sie die Seelenqualen, die durch die Zäsur des Todes offen zutage treten, mit leichter Hand und mit nur gelegentlich karikaturhaften Zuspitzungen. Der Fokus liegt auf den drei Geschwistern, deren Kindheit nach der Scheidung ihrer Eltern vielleicht ein wenig verkorkster als üblich verlief, und die sich im Kümmern um ihre geliebte Großmutter wieder annähern. Da ist die alleinerziehende Gabrielle, die als lebende Statue arbeitet und ihren Sohn mit ihrer Fürsorge überfordert. Schwester Elsa kämpft mit ihren Wutattacken, Bruder Mao, ein Computerspieldesigner, mit Depressionen. Das klingt arg konstruiert, doch die Darsteller verleihen dem vielgestaltigen Alltagsunglück Glaubwürdigkeit. Die umwerfend aparte Popsängerin Vanessa Paradis balanciert als Gabrielle anmutig auf der Kippe zwischen Kümmern und Nervenzusammenbruch, während ­Pierre Deladonchamps Bruder Mao, dem es nicht gelingt, seine Isolation zu überwinden, herzzerreißende Schwermut verleiht. Camille Cottin sorgt als Sozialarbeiterin Elsa, deren Furor selbst ihre hart gesottenen Schützlinge erschreckt, für Lacher. Der Schurke dieser Familienaufstellung ist Vater Pierre, gespielt von Jean-Pierre Bacri, der einmal mehr seine Paraderolle eines ruppig-egozentrischen Erzeugers übernimmt
Birgit Roschy - epd-FILM

Die umwerfende Vanessa Paradis balanciert als Gabrielle hinreißend zwischen Kümmern und Nervenzusammenbruch - und wenn die Popsängerin betrunken einen Song zum Besten gibt, ist das die schönste Schräglage des Films.
Dieses allgemeine Alltagsunglück inszeniert die Regisseurin Cecilia Rouaud mit sehr viel Fingerspitzengefühl und schafft es, dass man für jede der Figuren Sympathie und Empathie empfindet. Die Geschichte einer entzweiten Familie, die sich nach einer einschneidenden Veränderung erneut zusammenrauft, ist nicht neu, aber selten ist sie so charmant und leichtherzig inszeniert worden wie in diesem Film.
Bettina Peulecke - NDR KULTUR

Trailer

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