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Joker
USA 2019, 118 min
• Mitwirkende
Arthur Fleck: Joaquin Phoenix
Murray Franklin: Robert De Niro
Sophie Dumond: Zazie Beetz
Penny Fleck: Frances Conroy
Thomas Wayne: Brett Cullen
• Crew
Regie: Todd Phillips
Buch: Todd Phillips & Scott Silver
Musik: Hildur Guðnadóttir
Kamera: Lawrence Sher
Schnitt: Jeff Groth

 

Joker

Pressestimmen

Das Kino der Siebziger fungiert bei Joker nun als Fanal beleidigter und malträtierter Männlichkeit. Die fantasierte Gewalt des Comics wird zum Befreiungsschlag gegen eine Umwelt, die vom Protagonisten als ungerecht und brutal erlebt wird. Arthur Fleck (Phoenix), soeben aus der Psychiatrie entlassen, lebt mit seiner Mutter in einem langsam verfallenden Wohnblock in der Bronx. Er verdingt sich als Partyclown an der Kinderonkologie, bewirbt Restschlussverkäufe von pleitegehenden Geschäften und versucht sich an einer Karriere als Stand-up-Comedian. Seine ohnehin eher oberflächliche psychiatrische Betreuung fällt Kürzungen zum Opfer. Die Frage ist, wie Arthur es am Ende in seiner neuen, eigentlichen Identität als Joker ausdrückt, was passiert, wenn ein Klima der sozialen Kälte auf einen verstörten Einzelgänger trifft. "Ich hielt mein Leben für eine Tragödie", sagt er gegen Ende des Films, "aber jetzt erkenne ich, dass es eine Komödie ist."
Adrian Daub - ZEIT-ONLINE

Wie aus dieser traurigen Gestalt mit mentalen Problemen der reuelos mordende Joker wird – das erzählt der Film als Geschichte einer Verkettung von unglücklichen Umständen, die im Takt mit Entwicklungen der Gegenwart, wie wir sie kennen, eine unheilvolle Dynamik entwickelt. Wachsende Ungleichheit, Fremdenfeindlichkeit, Straßenaggressionen. Es ist diese wohlkalkulierte Kombination, die den Film so verstörend macht: Phoenix' Joker wird nicht zu der Sorte Antiheld, dessen Missetaten man schließlich bewundert oder gar als verdiente Rache bejubelt. Nein, Arthur Fleck bleibt auch als Joker ein armer Wurm, und wenn seine Taten bejubelt werden, dann weil die sich unterdrückt fühlenden Bewohner von Gotham sie missverstehen.
Dass Phillips dies in seinem Film so klar auseinanderhält und die Empathie für den gestörten, traumatisierten Mann mit dem Gutheißen seiner Gewalttaten nicht verwechselt – das lässt den Film völlig neu erscheinen. »Joker« schließt zwar an den kalten Nihilismus von Heath Ledgers Auftritt in Christopher Nolans »Dark Knight« an, hat zugleich aber mehr gemeinsam mit der depressiven Präzision der Milieu- und Männerporträts der Scorsese-Filme »Taxi Driver« und »King of Comedy«. Dass ausgerechnet Robert De Niro in »Joker« als Idol und Gegenspieler von Arthur Fleck auftritt, ist weniger ein »guter Witz« als eine düstere Referenz, die zugleich den Ernst des Films bezeugt.

Barbara Schweizerhof - epd-FILM

Originaltrailer mit Untertiteln

Link

Ganz unten flackert ein Grinsen - Video-Filmkritik zu "Joker" von Bert Rebhandl

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