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Systemsprenger
Deutschland 2019
119 min
• Mitwirkende
'Benni' Klaaß: Helena Zengel
'Micha' Heller: Albrecht Schuch
Frau Bafané: Gabriela Maria Schmeide
Biance Klaaß: Lisa Hagmeister
• Crew
Regie: Nora Fingscheidt
Buch: Nora Fingscheidt
Musik: John Gürtler
Kamera: Yunus Roy Imer
Schnitt: Stephan Bechinger & Julia Kovalenko

 

Systemsprenger

Pressestimmen

Im Februar dieses Jahres präsentierte Nora Fingscheidt „Systemsprenger“ auf der Berlinale, und wurde dort mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Vor wenigen Wochen wurde der Film als deutscher Kandidat für die Oscars in der Kategorie „Best International Feature Film“ nominiert. Das ist eine interessante Wahl, denn „Systemsprenger“ ist für deutsche Verhältnisse vergleichsweise untypisch. Es gibt hierzulande kaum eine ausgeprägte Tradition für das, was Nora Fingscheidt versucht. Am ehesten könnte man noch „24 Wochen“ (2016) von Anne Zohra Berrached als Vergleich heranziehen, ein Drama über eine Spätabtreibung. Früher sprach man in solchen Fällen von Problemfilmen. In der Regel sind es Individuen, die in solchen Geschichten an ihre Grenzen geraten. Nora Fingscheidt geht aber noch einen Schritt weiter, denn sie findet in Benni eine Figur, an der man eigentlich grundsätzlich verzweifeln könnte.
Dass das nicht geschieht, ist der eigentliche Stachel des Films. Denn er zeigt ja nicht nur Benni, mit schmerzhafter Intensität dargestellt von Helena Zengel. Er zeigt vor allem auch die, die es mit Benni zu tun bekommen. Er zeigt die Routinen, auf die Benni trifft. „Ich muss jetzt leider weitermachen“, sagt die Ärztin im Krankenhaus, und lässt den Betreuer Michael Haller (Albrecht Schuch, bekannt aus „Bad Banks„) einfach stehen. Er sieht Benni in diesem Moment hinter Glas, festgeschnallt, sediert. Dieser Blick aus den leeren Augen des Kindes auf eine verschlossene Tür ist in diesem Fall das Echo seiner gescheiterten therapeutischen Bemühungen. Zu diesem Blick kehrt Fingscheidt immer wieder zurück, wie in einer erzählerischen Kontraktion, in der Benni dann aber nicht apathisch wird, sondern Kraft zu sammeln scheint für den nächsten Ausbruch.
Bert Rebhandl- Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Bobbycars, die Benni in einer der ersten Szenen des Films Systemsprenger um sich wirft, sind nicht irgendein Spielzeug. Sie rumpeln, schleifen und rutschen millionenfach durch Vorgärten und Höfe: Symbole von gelungener Kindheit und das Versprechen auf eine erfolgreiche Integration in die Warenwelt. Weiß Benni, was sie tut, als sie so ein Ding gegen die angeblich unzerstörbare Scheibe donnert?
Bennis Aussichten sind finster. Die Neunjährige ist mit leichtem Gepäck und schwerem emotionalem Ballast – einem Gewalttrauma – unterwegs durch Pflegefamilien, Wohngruppen, Einrichtungen. Von der Sonderschule wurde sie suspendiert, und immer wieder landet sie in der Psychiatrie, wo man sie ruhigstellt – Bennis Wut ist unkontrollierbar. Sie möchte zurück zur Mutter, aber die hat keinen Job, noch zwei kleinere Kinder und einen cholerischen Partner. Einmal sagt sie, dass sie sich vor ihrer Ältesten fürchte.
Sabine Horst - Die ZEIT

Originaltrailer OmU

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