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Im Kulturkeller Weinhaus Mehling, Hauptstrasse 30, 97816 Lohr am Main Eintritt: 5 € |
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Dann passiert das Leben |
Dann passiert das LebenPressestimmenDoch dann geschieht etwas, das dieses in allen Poren sitzende Gift der kleinen Momente zerplatzen lässt. Nachdem sie den Sohn zurück zum Bahnhof gebracht haben, streiten sie sich im Auto heftig, es ist dunkel, es regnet stark, die Scheiben beschlagen, die Wischer nehmen die Sicht, aus dem Nichts kommt ein Radfahrer unter die Räder, ist sofort tot. Auf herzzerreißende Weise löst diese katastrophale Erschütterung lang verschüttete, heftige Gefühle aus. Momente der Menschlichkeit, des Mitgefühls brechen die eingefahrenen Rituale der Abneigung, des Frustes auf, verwandeln sie durch Trauer, Schuld und Scham in ein neues Gefühl der Verbundenheit. Tragik und Komik liegen hier nah beieinander. Etwa, wenn der Vater den Sohn (Lukas Rüppel) vom Bahnhof abholt und in dem Moment erst realisiert, dass er den Geburtstag seiner Frau am gleichen Tag vergessen hat. Pragmatisch, wie Hans ist, kauft er auf dem Weg ins Restaurant schnell noch eine Badekappe, die er Rita am Tisch auch gleich ausprobieren lässt. Über Gesten, Blicke und Zwischentöne wird hier viel erzählt über das abgekühlte Nebeneinanderherleben in einer langen Ehe. Anke Engelke, erweist sich in ihrer darstellerischen Bandbreite als absoluter Glücksgriff für ihre Hauptrolle in Neele Leana Vollmars „Und dann passiert das Leben“. Die Regisseurin der herzlichen „Rico, Oskar“-Kinderfilme sowie des herausragenden (und viel zu unbekannten) Jugenddramas „Auerhaus“ nutzt Engelkes ausgeprägten Sinn für leisen Humor sowie ihre schauspielerische Bandbreite, um ihrem Drama über ein sich entfremdetes Paar kurz vor der Rente ein größtmögliches Authentizitätsgefühl zu verleihen. An Engelkes Seite glänzt „Tatort“-Star Ulrich Tukur mit denselben Qualitäten. Doch trotz komödiantischer Akzente ist „Dann passiert das Leben“ ein zutiefst tragischer Film. Nicht (nur) aufgrund seiner Geschichte. Vor allem gelingt Vollmer die beeindruckend lebensnahe Beobachtung einer still vor sich dahinsiechenden Ehe. Geführt von einer Frau, die mit ihrem Leben quasi schon abgeschlossen hat. Und von einem Mann, der genau das nicht akzeptieren will, aber an den Mauern, die seine Gattin um sich aufgebaut hat, zu scheitern droht.
Trailer |
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