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Filme Juli / August 2026

Sobald die Termine feststehen, könnt ihr sie hier finden.

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Dienstag 30. Juni
18:00 OmeU &
Mittwoch 1. Juli
18:00 & 20:20 DF
"Wuthering Heights" – Sturmhöhe

von Emerald Fennell
USA 2026 132 min

 

"Wuthering Heights" – Sturmhöhe

Wuthering Heights, der einzige, aber die Zeiten überdauernde Roman der Dichterin Emily Brontë, wurde jetzt von Emerald Fennell (Buch & Regie) zum zehnten Mal verfilmt; braucht es diesen "Aufguss" noch? Für Renate, deren Lieblingsbuch es ist, lautet die Anwort eindeutig: JA: "Hier schlägt das wilde Herz der Romantik - irrlichternd und unvergesslich", war die spontane Anwort auf meine Frage!

Da steht sie nicht alleine. Die Kritikerin Courtney Howard bezeichnet Fennells neuesten Film als „einen neuen Klassiker der Extraklasse“. Der Film sei „berauschend, transzendent, verlockend, betörend, begehrenswert, hypnotisch“ und fange meisterhaft die atemberaubende Sehnsucht und das Wesen des Verlangens ein. Jazz Tangcay von Variety schreibt auf X: „Diese Version von 'Wuthering Heights' ist eine unglaublich heiße und verstörende Geschichte." Ebenda schreibt Scott Menzel: „Ein atemberaubendes visuelles Kunstwerk, das sich wie ein heißer Anwärter auf zahlreiche Filmpreise anfühlt" und "Die sexuelle Spannung und die Chemie zwischen Margot Robbie und Elordi seien so intensiv, dass man sie förmlich mit einem Messer schneiden könne", so Menzel weiter.

Die Neuinterpretation von ikonischen Büchern ist immer eine Spiegel unseres kulturellen Umfelds. Die Filmemacherin Fennell formuliert das so: "Es ging darum, etwas zu machen, was keine direkte Adaption ist, sondern eher eine emotionale Antwort. Deshalb haben wir den Titel in Anführungszeichen gesetzt, weil es so ein besonderes Buch ist, nicht nur für mich, sondern für so viele Menschen." Es ist vor allem die Einstellung zur Sexualität - vor allem der weiblichen - die sich seit dem Victorianischen Zeitalter dramatisch geändert hat. Im Interview spricht Fennell zum Thema der weiblichen Lust: "Als der Roman [im Jahr 1847] veröffentlicht wurde, waren die Menschen nicht nur verstört, sondern wütend. Ich glaube, der Grund dafür war, dass es darin um weibliche Lust ging. Es wurde auch hauptsächlich von Frauen gelesen, gelesen und geliebt. Dass das etwas war, worüber Frauen nachdachten oder auf das sie ansprangen, war damals verstörend. Und bis zu einem gewissen Punkt ist es das immer noch. Auf eine Art ist der Inhalt heute noch immer subversiv."

Fazit: Der Jahrhundert-Roman über eine toxische Liebe - mitreißend verfilmt. Nicht unbedingt für prüde Zeitgenossen!

Interview: Emerald Fennell verrät, wie sie weibliche Lust in Wuthering Heights entfesselt

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Mittwoch 8. Juli
18:00 & 20:00 DF
"Der verlorene Mann

von Welf Reinhart
Deutschland 2026 102 min
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Der verlorene Mann

Jetzt kommt wieder einmal ein echter Glücksfall für den deutschen Film in den Keller! Der verlorene Mann ist das Erstlingswerk des 1995 in Würzburg geborenen Regisseurs und Drehbuchautors Welf Reinhart. Er hat es geschafft, mit seinem hochkarätigen Cast einen bewegenden Film über Demenz zu schaffen, der sich mit Meisterwerken wie "Still Alice" (2014) und "The Father" (2022) messen lassen kann. In "Still Alice" spielt Julianne Moore eine Schriftstellerin, die schleichend in die Demenz abtrifftet und im Heim ein neues Leben beginnt. Anthony Hopkins spielt den "Father", der seine Krankheit nicht wahrhaben will und in Konflikt mit seiner Tochter gerät.

Welf Reinharts kam zu diesem Thema über persönliche Erfahrungen: Ausbildung als Demenzhelfer bei der Alzheimer Gesellschaft und durch die Betreuung von Erik, der im frühen Alter an Demenz erkrankt ist. Die Idee für die besondere Konstellation in Der verlorene Mann kam von Mimi Kezele, einer befreundeten Regisseurin und Dozentin an der Filmhochschule: "Sie zeigte mir ein Meme auf Instagram, in dem es sinngemäß darum ging, dass Opa die Scheidung von Oma vergessen hat." Es sind diese kleinen Ideen, aus denen sich - nach langer Recherche - die berührende und humorvolle Geschichte einer Ménage à trois entwickelt hat.

Hanna, Künstlerin und Pädagogin, und der pensionierte Pfarrer Bernd leben eine glückliche, wenn auch routinierte Ehe, als plötzlich Hannas Ex, Kurt, vor der Tür steht. Er ist felsenfest überzeugt, in sein Zuhause zu kommen. Dass er vor 20 Jahren von Hanna dramatisch geschieden wurde, ist ihm "entfallen". Kurt wird eigentlich von seiner Tochter gepflegt, die ihn wegen einer beruflich veranlassten Reise nach London in die Kurzzeitpflege gegeben hat - diese kann ihn nicht "wegsperren" und alle anderen Versuche, Kurt unterzubringen, scheitern. Mit „Wenn jemand in Not ist, geht uns das immer etwas an“, überzeugt Bernd Hanna, Kurt erstmal im Gästezimmer unterzubringen ... mit dem "Erfolg", ihn am nächsten Morgen im gemeinsamen Ehebett wiederzufinden. Doch eine Aufklärung Kurts über die wahren Verhältnisse überdauert die Nacht nicht. Bernd rettet die Situation mit einer Fiktion - Dass Kurt und Hanna eine offene Ehe führen würden und Bernd Hannas Geliebter sei, scheint „der alte 68er“ problemlos akzeptieren zu können. Und so beginnt eine wunderbare Geschichte über eine ungewöhnliche "Ehe zu Dritt", in der Nächstenliebe und Liebe die Hauptrolle im Leben der Drei spielen.

Fazit: Der Traum ist - aus
Aber ich werde alles geben,
dass er Wirklichkeit wird

Das Lied von Ton Steine Scherben (Rio Reiser!) spielt eine zentrale Rolle!

Mut zum Neuanfang - Dagmar Manzel über „Der verlorene Mann“ - filmdienst.de

Die reinste Form von Liebe: Ein Interview mit Harald Krassnitzer - filmdienst.de

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Dienstag 14. Juli 18:00 DF
Mittwoch 15. Juli 18:00 DF
USA 2026, 148 min
Nürnberg

von James Vanderbilt
USA 2026 148 min
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Nürnberg

Nürnberg ist ein Film, der die Geschichte der Nürnberger Prozesse 1945 aus der Sicht der Ankläger zeigt und in dem auch die Einzigartigkeit dieses Prozesses, in dem die Welt die Nazi Oberen für ihr Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagte, erfahrbar wird. Wir sind da reingestolpert, da wir halt fast alle Arthouse-Filme anschauen. Und wir waren erstaunlich positiv überrascht! Ja, es ist ein Hollywoodfilm, der Geld und Starpower einsetzt, um Publikum ins Kino zu saugen; Aber ein guter Film, der unterhält, ein wichtiges Thema nahebringt und die Zeit vergessen lässt, die wir mit ihm verbracht haben ... solche Filme sind eher selten.

Das haben wir jetzt geklärt: Auch wenn Jonathan Glazer mit The Zone of Interest den Goldstandard des Holocaust Films gesetzt hat, ist Nürnberg ist ein Hollywood Drama auf hohem Niveau. Vanderbilt schafft es, den wesentlichen Schlusspunkt des Nazi Terrors historisch korrekt und anschaulich ins Gedächtnis zu rufen. Dass es da auch eine kleine Liebesgeschichte sein darf ... großes Hollywood halt!
Und doch bringt uns Nürnberg zurück in eine geschichtlich für uns wesentliche Zeit, die ja immer mehr verdrängt und vergessen wird. Da kommt ein Auszug aus der Eröffnungsrede des Hauptanklagevertreters bei den Nürnberger Prozessen zu pass:

„Dieses Tribunal ist zwar neuartig und experimentell, aber es ist weder das Ergebnis abstrakter Spekulationen noch wurde es geschaffen, um legalistische Theorien zu rechtfertigen. Diese Untersuchung stellt die praktischen Bemühungen von vier der mächtigsten Nationen dar, mit der Unterstützung von 15 weiteren, das Völkerrecht zu nutzen, um der größten Bedrohung unserer Zeit zu begegnen: dem Angriffskrieg. Der gesunde Menschenverstand verlangt, dass das Gesetz nicht bei der Bestrafung kleiner Verbrechen kleiner Leute Halt macht. Es muss auch diejenigen erreichen, die große Macht besitzen und diese bewusst und gezielt einsetzen, um Übel in Gang zu setzen, die kein Haus auf der Welt verschonen. Es ist eine Sache dieser Größenordnung, die die Vereinten Nationen Ihren Ehren vorlegen werden.“

Fazit: Ein spannender Film, der uns die Nürnberger Prozesse nahe bringt.

Ergänzung zu Nürnberg:
Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen - Doku Drama in der ARD Mediathek


 

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