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Filme im November 2021

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MI 3. November 2021
18:00 & 20:15 Uhr
Die Unbeugsamen
von Torsten Körner
Deutschland 2020, 99 min

 

Die Unbeugsamen

„Politik ist eine viel zu ernste Sache, um sie alleine den Männern zu überlassen.“ (Käte Strobel, Bundesministerin 1966-1972)

Die spannende und bewegende Chronik westdeutscher Politik von 1950 bis zur Wiedervereinigung ist ein Dokumentarfilm, wie er hellsichtiger und aktueller nicht sein könnte. Obwohl die Geschichte der Frauen in der Bonner Republik ein historisches Zeitdokument ist, wirft dieser unbedingt sehenswerte Rückblick in Zeiten von MeToo um Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt ein Schlaglicht auf das immer wieder zurückgedrängte Thema Emanzipation und Feminismus. Die stimmigen Interviews und historischen Aufnahmen zeigen, wie sehr sich die Politikerinnen jedweder Coleur die Teilhabe am demokratischen Prozess im Bonner Parlament gegen ignorante Männer erkämpfen mussten. Grosses politisches Kino, das selbst den nächsten Backlash, der das Wort Feministin wieder zum Schimpfwort deklariert, übersteht. Denn Bilder und Fakten, die Regisseur Torsten Körner aufbereitete, um der männerzentrierten Geschichtsschreibung etwas entgegenzusetzen, sprechen für sich.
programmkino.de

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MI 10. November 2021
18:00 & 20:15 Uhr
Ich bin dein Mensch
von Maria Schrader
Deutschland 2021, 104 min

 

Ich bin dein Mensch

Kino nach dem Lockdown startete mit der grandiosen deutschen Komödie von Maria Schrader ("Vor der Morgenröte", "Unorthodox").
"Komik, Technik, Phantastik und die ganz großen Menschheitsfragen: Maria Schraders Science-Fiction-Dramakomödie „Ich bin dein Mensch“ macht mehr richtig als die beste Maschine. " Frankfurter Allgemeine
"Eine Single-Frau soll einen Liebesroboter testen, programmiert nach ihren Idealvorstellungen Das scheitert erst komisch, wird aber bald so ergreifend menschlich, dass man dem Paarlauf von Maren Eggert und Dan Stevens mit Tränen in den Augen folgt. Ein großer, wahrhaftiger Film." STERN
„Wie ein gelungener Flirt, keine Szene, keine Geste ist ohne Bedeutung, und ständig gibt es etwas zu lachen.“ Süddeutsche Zeitung
"Es ist ein Gedankenspiel, das mit Witz und Charme von allzu Menschlichem erzählt. Raffiniert hinterfragt dieser Film unsere ganz realen Beziehungsmuster, hält uns Menschen den Spiegel vor. Ein Kunstgriff, der den Spieß einmal umdreht und den Mann zum Objekt macht, ganz auf weibliche Bedürfnisse eingestellt." heute journal

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MI 17. Oktober 2021
18:00 & 20:15 Uhr
Wagenknecht
von Sandra Kaudelka
Deutschland 2020
100 min

 

Director's Statement der Regisseurin Sandra Kaudelka
Allzu oft vergessen wir, dass Politiker auch Menschen sind. Wir sehen dann nur die Funktionen oder politischen Ausrichtungen – und schon haben wir uns unsere Meinungen zu den betreffenden Personen gebildet. Oft genug müssen Politiker*innen ihre Gefühle kontrollieren. Sahra Wagenknecht ist eine Meisterin darin. Und doch ist sie auch Mensch. Vielleicht hat die berühmteste Linke und höchst beliebte Politikerin Deutschlands gerade deswegen das Handtuch geworfen – weil sie den Druck und die Anfeindungen menschlich nicht mehr aushalten konnte und wollte.

Sahra Wagenknecht hat mir und meinem Team vertraut. Sei es, weil ich eine Frau bin, oder weil sie meinen letzten Film, „Einzelkämpfer“, mochte. Sie gewährt dem Publikum im Film einen seltenen Einblick in den beruflichen Alltag einer Spitzenpolitikerin. Für uns ist das ein großes Geschenk, zumal in einer Zeit, die kaum aufreibender für sie und auch die Zuschauer*innen sein könnte. In welche Richtung bewegt sich unser Land? Wie wollen wir leben, wem wollen wir unser Vertrauen schenken? Das sind die drängenden Fragen am Ende des Films. Das Erstarken der Rechten in Deutschland macht mir Angst und ich wünsche mir, dass sich alle Kräfte, die dem etwas entgegensetzen könnten, sich bündeln, statt sich aus egoistischen Gründen gegenseitig zu bekämpfen.

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MI 24. November 2021
18:00 & 20:30 Uhr
Je suis Karl
von Christian Schwochow
Deutschland, Tschechien 2021, 126 min

 

JE SUIS KARL erzählt von der Verführung nach einem Verlust, von persönlichem Schmerz und der Gefahr, die Verwerfungen im Denken und Handeln radikaler Menschen zu spät zu erkennen, und sei es nur, weil man liebt. Nicht in einer fernen Zukunft, sondern jetzt. Ein kompromissloser Film auf der Höhe unserer Tage.

Eine Radikalisierungsgeschichte, die bekannte Muster unterläuft, erzählt Christian Schwochow in seinem neuen Film „Je Suis Karl“, der in der Reihe Berlinale-Special seine Weltpremiere erlebte. Keine Islamisten, sondern Deutsche sind in seinem Drama die Täter, die allgegenwärtige Ängste weiterdenken und radikalisieren. Ein spannendes, ambitioniertes Konstrukt, wuchtig gefilmt und gespielt.
programmkino.de

Veranstaltung der VHS in der Alten Turnhalle
Filmforum: Zusammen in Vielfalt

Einführung: Wolfgang Weismantel

Angesichts der aktuellen Lage wird der Film auf das nächste Jahr verschoben

Vom Gießen des Zitronenbaums
It must be Heaven
von Elia Suleiman
Palestina, Frankreich 2018, 97 min

 

Elia Suleiman

"Vom Gießen des Zitronenbaums" lautet der deutsche Verleihtitel, was unter anderem auf die Frage verweist, wer sich um wessen Zitronenbäume kümmern, in wessen Garten gärtnern darf. Es geht ums Zusammenleben und um Nachbarschaft, um die Frage, wem welches Land gehört. Suleimans Haus steht in Nazareth, in Israel. Hier treffen verschiedenste Gruppen aufeinander: Juden, Muslime und Christen, Israelis und Palästinenser.
Die sich daraus ergebende permanente soziale Reibung führt der arabisch-israelische Filmemacher in einer Aneinanderreihung kluger Sketche vor, in denen eine unterschwellige Aggressivität vorherrscht. Suleiman findet sich in einer Taverne wieder, in der zwei Brüder den Wirt dafür beschimpfen, ihrer Schwester Alkohol ins Essen getan zu haben. Ein anderes Mal sitzt er bei einem Glas Wein auf der Außenterrasse eines Cafés und wird Zeuge einer komplexen Interaktion zwischen zwei Polizisten, einem Souvenirhändler, afrikanischen Touristen und einem Betrunkenen, der mit Flaschen um sich wirft. Doch die körperliche Gewalt bricht entweder nie wirklich aus oder wird einfach nicht beachtet: Die Brüder lassen sich mit einer Flasche Whisky beruhigen, die Polizisten scheinen von dem betrunkenen Randalierer keine Notiz zu nehmen.
Philipp Stadelmaier - Süddeutsche Zeitung

DLF Kultur: Elia Suleiman im Gespräch mit Susanne Burg
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Bis zur Lockerung verschoben r
Der Hochzeitsschneider von Athen
von Sonia Liza Kenterman
Deutschland, Belgien, Griechenland 2020, 100 min

 

Die liebenswerte Komödie entfaltet ihren Zauber erst nach und nach, ähnlich wie ein kleiner Diamant, der im richtigen Licht zu strahlen und zu funkeln beginnt. Obwohl die Geschichte vom menschenscheuen Herrenschneider, der sein Leben neu sortieren muss, auf den ersten Blick eher unspektakulär wirkt, wird sie doch immer sympathischer. Wie der scheue Nikos einen Neuanfang als Designer von Hochzeitskleidern wagt, macht ihn schließlich zum Helden, dem alle Herzen zufliegen. Mit einem Hauch von surrealem Humor, der manchmal an Mr. Bean oder an den unsterblichen Monsieur Hulot erinnert, findet Sonia Liza Kenterman für die Visualisierung ihres Kinodebüts ihren ganz eigenen Stil: ideenreich, elegant und wunderbar passend zu ihrer optimistischen wie auch originellen Geschichte.
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Bis zur Lockerung verschoben
Frühling in Paris
von Suzanne Lindon
Frankreich 2020, 73 min

 

Das hochgelobte Kinodebüt der erst 20-jährigen Suzanne Lindon ist die charmante Geschichte einer ersten Liebe, die passenderweise in Paris spielt, aber noch viel mehr bietet: Die Regisseurin und Autorin, die auch die Hauptrolle spielt, erzählt sehr sensibel und mit leisem Humor von den Schwierigkeiten, heute jung zu sein, und findet dabei ihren ganz speziellen Stil, der von einer schlichten, feinen Eleganz geprägt ist.
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Natürlich ist sie eine Lolitafigur, eine junge Französin, die in den Armen eines älteren Mannes das Leben und die Liebe entdeckt. Hier erzählt Lolita ihre Geschichte aber selbst [...] In wenigen Bildern erzählt Lindon in ihrem Frühling in Paris, dass hier ein Mädchen zur jungen Frau wird und dass die Liebe auf diesem Weg eine Etappe sein wird, eine wichtige, in jedem Fall, aber nicht das Einzige, was sie ausmachen wird.
Lili Hering - Die ZEIT


 

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