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Die 20. Staffel

Sobald Filme terminiert sind, werdet ihr sie hier finden

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MI 4. März 2020
18:00 (OmU) & 20:30 Uhr
Der unverhoffte Charme des Geldes
La chute de l’empire Américain
von Denys Arcand
Kanada 2018, 127 min

 

Der unverhoffte Charme des Geldes

Ein kapitalismuskritischer Philosoph ist plötzlich im Besitz mehrerer Millionen und hat die Polizei und Mafia auf dem Hals. Denys Arcand blickt in „Der unverhoffte Charme des Geldes“ darauf, was Geld mit Menschen macht.
Was passiert, wenn einem erklärten Kapitalismuskritiker plötzlich mehrere Millionen Dollar vor die Füße fallen? So beginnt kein Ökonomenwitz, sondern der neue Film von Denys Arcand „Der unverhoffte Charme des Geldes“. Kurierfahrer Pierre-Paul (Alexandre Landry) gerät in ebendieses Dilemma. Er hat seinen Doktor in Philosophie gemacht und zitiert, während er mit seiner Freundin Schluss macht, im Café schon mal Wittgenstein. Hinter der Fassade stetiger Ethikaphorismen aber ist er ein tapsiger Weltverbesserer, der sich irgendwie durchschlägt, ohne seine Moral zu kompromittieren. Als es auf seiner Kurierroute zu einem Raubüberfall mit Schießerei kommt, schnappt er sich kurzerhand zwei Geldsäcke. Nun sind Mafia, Ermittler und die Finanzbehörde hinter ihm her.[...]
Und wenn man bei all dem Spaß über die Krimiwendungen vergessen will, worum es hier eigentlich geht, stellt Arcand dem seine letzten Bilder entgegen. Da stehen jene Obdachlosen auf, die während der gut zwei Stunden am Rande des Films blieben, unter Torbögen schliefen oder in U-Bahn-Stationen um Geld baten. Kanadische Ureinwohner, Inuit und die Wanderarbeiter, die beim Obstpflücken und auf Baustellen nicht mehr genug verdienen, um damit eine Wohnung bezahlen zu können. Sie zeigen ihre Gesichter der Kamera in Großaufnahme, die sonst den Stars vorbehalten ist, und schauen stolz durch die vierte Wand hindurch in den Zuschauerraum – eine letzte Mahnung Arcands, dass es ihm mit seiner Kritik bitterernst ist.
Maria Wiesner - Frankfurter Allgemeine

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MI 18. März 2020
17:30 (OmeU) ⇒ FLVEG English Filmclub
20:30 Uhr in deutscher Fassung
Once Upon a Time in Hollywood
von Quentin Tarantino
USA 2019
161 min

 

Mit Spannung und gewisser Sorge wurde in der Filmwelt die Nachricht aufgenommen, dass Quentin Tarantino sich in seinem neunten Film „Once Upon A Time...In Hollywood“ mit dem Jahr 1969, vor allem aber den Manson-Morden beschäftigen würde. Umso größer dann die Überraschung, dass er in Cannes einen Film vorstellte, der erstaunlich zurückgenommen, ja geradezu sensibel eine Zeit beschwört, in der das Kino und die amerikanische Gesellschaft vor einschneidenden Umbrüchen stand.

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MI 25. März 2020
18:00 (OmU) & 20:00 Uhr
Ein Gauner & Gentleman
The Old Man & The Gun
von David Lowery
USA 2018, 93 min

 

Immer Outlaw, immer ungreifbar: In "Ein Gauner & Gentleman" spielt Robert Redford einen notorischen Bankräuber. Es ist eine Paraderolle, die seine Karriere spiegelt und seinen angekündigten Abschied zelebriert.
"The Old Man & The Gun", wie der Film im Original heißt, spiegelt auf originelle, teils abenteuerliche Art und Weise die Karriere Redfords, während er gleichzeitig eine grandios entschleunigte Räuberpistole erzählt.
Diese basiert auf einer zumindest in Teilen wahren Geschichte, die der "New Yorker" 2003 veröffentlichte. Sie handelt von dem notorischen Ausbruchskünstler Forrest Tucker, der angeblich 18-mal aus dem Gefängnis türmte und zu Beginn der Achtzigerjahre im Rentenalter zum umtriebigen Bankräuber wurde. Tucker und seine ebenfalls greisen Komplizen wurden damals "Over-the-Hill Gang" genannt.
[...] Bei diesen (fast) gewaltfreien Überfällen obsiegt sanfte Souveränität über Macho- oder Brutalo-Posen - auch das war oft ein Markenzeichen von Redfords Filmfiguren. Härte sah man, wenn überhaupt, in seinen Blicken, nicht in seinen Fäusten. Er habe irgendwie glücklich gewirkt, sagt eine der ausgeraubten Bankangestellten beinahe bewundernd, als sie von der Polizei verhört wird. Dieser Tucker hat so viel Charme und begeht seine Taten mit einer so gelassenen Selbstgewissheit - kaum zu glauben, dass er ein Verbrecher ist.

Andreas Borcholte - Der Spiegel

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DI 21. April 2020
18:00 Uhr (OmU)
MI 22.April 2020
18:00 (OmeU) ⇒ FLVEG English Filmclub
20:30 Uhr in deutscher Fassung
Joker
von Todd Phillips
USA 2019, 118 min

 

Schon im letzten Jahr rockte Todd Phillips als Produzent den Lido mit seiner Wiederverfilmung von A STAR IS BORN, überließ aber Lady Gaga und Bradley Cooper die Glamour-Show. Damals ‘außer Konkurrenz’, stellte er sich in diesem Jahr dem Wettbewerb und überflügelte die Konkurrenz wie selten zuvor ein Film es tat. JOKER ist tatsächlich auf allen Ebenen ein Meisterwerk. Die Story als Prequel angelegt, das Art-Design beeinflusst vom New York der siebziger Jahre, ein origineller Soundtrack und bewegende Tanz-Choreographien werden noch getoppt von der sensationellen schauspielerischen Leistung von Joaquin Phoenix, die schon jetzt nach einem Oscar schreit.

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