Im Kulturkeller Weinhaus Mehling, Hauptstrasse 30, 97816 Lohr am Main Eintritt: 5 € |
Freitag, 21. September 17:00 UhrAT THE END OF THE WORLD (OmU 29 min)Synopsis: Drehbuch/Story: Dieu Hao Do, Constanze Altmann | ||
Der Garten des Herrn Vong (OmU 18 min)
Synopsis: Regie: Dieu Hao Do | ||
Bernadette Knoller & Paula Cvjetkovic
Freitag, 21. September 21:00 UhrFerien (Deutschland 2016 89 min)Eigentlich trifft der Titel dieses Films nicht so ganz den Zustand, den die Hauptfigur durchlebt. Es ist eher eine Auszeit, wie man beim Eishockey sagt, ein Ausstieg, in den Vivian Baumann hineinschlittert. Vivian ist angehende Staatsanwältin, doch bei einem Prozess gegen eine Ladendiebin bringt sie kein Wort heraus. In der gemeinsamen Wohnung mit ihrem Freund stehen ihre Sachen noch unausgepackt herum. Und ihre Mutter weiß für ihren Zustand auch keinen besseren Rat, als dass sie sich doch ein Kind zulegen solle. [...]Aber verrückt wirkt Vivian nie, eher ein bisschen aus dem Leben gefallen, gestrandet. Mit viel Gespür erzählt Knoller kleine, skurrile Geschichten, von einem brennenden Gartenhaus, einer peinlichen Jugendlichenparty, einer Bastelgruppe, die Figuren aus Moos herstellt, dem Besitzer eines Ramschladens, der voll ist mit Nordseefundstücken. Der wird bravourös gespielt von dem Schriftsteller und Anwalt Ferdinand von Schirach in seiner ersten Filmrolle – und gegen ihn (»Am Ende der Sackgasse ist das Ende«) wirkt Vivian nachgerade geerdet. Das eigentliche schauspielerische Ereignis dieses Films ist Britta Hammelstein. Die hat auch schon mal eine Ermittlerin in Nick Tschillers »Tatort«-Team gegeben, aber als Vivi ist sie perfekt. Sie kann durchaus herzlich sein in diesem Film, aber auch völlig deplatziert wirken und ins Leere blicken, als würde die Umwelt völlig an ihr abprallen. Schließlich ist Vivi ja auch jemand, die irgendwie neben sich steht. Zumindest eine Zeit lang. Rudolf Worschech in epd-filmRegie: Bernadette Knoller | ||
Nicole Scherg
Samstag, 22. September 14:00 UhrGROSSELTERN (Deutschland 2004 35 min)"GROSSELTERN" ist Nicole Schergs erste Regiearbeit, mit der sie ein persönliches Portrait ihrer, in Partenstein lebenden, Großeltern zeichnet. Mit dem Film hat sie zahlreiche Preise auf internationalen Festivals erhalten, unter anderem den Preis für den besten Dokumentarfilm beim International Student Film Festival Next Reel, New York. Die Filmemacherin begegnet ihren Großeltern. Was vordergründig als Alltagsbeobachtung beginnt, entwickelt sich zu einer Erzählung über Zuwendung und Abhängigkeit, über Veränderung und Unabänderlichkeit, über Einsamkeiten und Gemeinsamkeiten eines Ehepaares, das miteinander alt wird. Die Regisseurin legt die Mühen des Alltags ihrer Großeltern, aber auch die Stärke und Kraft zweier alter Menschen und ihrer Überlebensstrategien, frei. Was den Film jedoch zusammenhält, sind die Blicke nach innen, die existentielle menschliche Fragen deutlich machen und uns einladen diese Fragen auch an uns selbst zu richten. Regie: Nicole Scherg | ||
Nicole stellt vor:Sein und Haben (Frankreich 2002 104 min DF)Überall in Frankreich gibt es noch einige Schulen, die aus nur einer Klasse bestehen. Alle Kinder eines Dorfes, vom Kindergartenalter bis zum letzten Jahr der Grundschule, werden von einem Lehrer unterrichtet. Dem Regisseur Nicolas Philibert gelingt es, die tiefere Bedeutung jeder einzelnen Interaktion zwischen den Kindern und ihrem Erzieher herauszukristallisieren. [...]. Sein und Haben ist ein zärtlicher, kluger, humorvoll-poetischer, herzergreifend schöner und im allerbesten Sinne erhebender Film. Er sei allen Menschen empfohlen, die jemals einen Fuß in ein Klassenzimmer setzten. Regie: Nicolas Philibert | ||
Jakob Schmidt
Samstag, 22. September 17:00 UhrZwischen den Stühlen (Deutschland 2016 102 min)Dieser kleine, präzise beobachtende Dokumentarfilm hat es zwischen all den Blockbustern über Aliens und Piraten in diesem Kino-Frühsommer schwer. Er folgt drei echten Menschen, die einem ganz gewöhnlichen Beruf im wirklichen Leben nachgehen. Anna, Katja und Ralf sind gerade mitten im Referendariat und sitzen – wie der Titel von Jakob schmidts Film treffend beschreibt – „Zwischen den Stühlen“: sie werden ins kalte Wasser geworfen und müssen sich zum ersten Mal vor einer Klasse bewähren. Das ist vor allem für Katja eine harte Bewährungsprobe, da sie eine Gesamtschule in einem Berliner Kiez mit hartem Umgangston erwischt hat. Sie schlägt deshalb am Ende denselben Weg wie Anna ein, die sich von vornherein für eine Grundschule entschied. [...] Die Erfahrungen mit Referendaren gehören zu den eigenartigen unter den Erinnerungen an die Schulzeit. Auch wenn man als Schüler wenig wusste über die spezielle Ausbildungssituation dieser Lehrerneulinge, so gab es doch eine kollektive Ahnung in der Klasse davon, dass Referendare weniger Autorität hatten, dass sie sich in einer zwiespältigen Lage befanden, in einer Art prekären Mitte in der üblichen Lehrer-Schüler-Frontstellung, weshalb nicht selten ihre Schwächen und Unsicherheiten sichtbar wurden. Mit »Zwischen den Stühlen« benennt der Dokumentarfilmer Jakob Schmidt in seinem ersten Langfilmprojekt die »Zwischenlage« der Lehreranwärter schon im Titel, nämlich im Grunde beides, Lehrer und Schüler zu sein, und das auch noch gleichzeitig. Regie & Buch: Jakob Schmidt | ||
Burkhardt Wunderlich
Samstag, 22. September 20:00 UhrGewitterzellen (Deutschland 2015 30 min)Mit 17 erfährt Jonas, dass seine leibliche Mutter Charlotte ihn verlassen hat, als er noch ein Baby war. Im Internet sucht er nach ihren Spuren und findet eine neue Familie. Getarnt als Chatbekanntschaft seiner Halbschwester wird er zum trojanischen Pferd in Charlottes Leben. Aber er muss feststellen, dass seine Existenz ein gut gehütetes Geheimnis ist. Und seine Mutter offenbar bereit ist, alles dafür zu tun, dass das so bleibt. Jonas beschließt, um seinen Platz in ihrem neuen Leben zu kämpfen. Und er ist seiner Mutter dabei ähnlicher, als ihr lieb sein kann. www.burkhardtwunderlich.deJana hat ihren Freund Jonas in einem Chatroom kennengelernt und bringt ihn nun zum ersten Mal mit nach Hause. Was sie nicht weiß ist, dass Jonas ihr Halbbruder ist. Er will herausfinden, warum seine Mutter Charlotte ihn verließ, als er noch ein Baby war. Aber Charlotte ist nicht dazu bereit, das gut gehütete Geheimnis zu lüften. Jonas jedoch kämpft um seinen Platz in der Familie und so beginnt ein Psychospiel zwischen Mutter und Sohn. Dramaturgisch rund inszeniertes, spannendes Familiendrama, das tief in die psychischen Abgründe der menschlichen Seele blickt. www.filmfestivalcottbus.deRegie: Jakob Schmidt Publikumspreis auf den Kurzfilmtagen in Flensburg | ||
Am Himmel der Tag (Deutschland 2012 89 min)
Es beginnt mit einem Kuss, zwischen Lara (Aylin Tezel) und Nora (Henrike von Kuick). Doch was der so genau bedeutet im Verhältnis der beiden, das wird durchaus offen gelassen. In viele Richtungen könnte der Film sich in seiner ersten halben Stunde entwickeln. Das Ungefähre gehört zum Lebensgefühl der 25-jährigen Lara, die mehr oder weniger lustlos Architektur studiert – vielleicht weil es ihre Eltern so wollen, die ihr den Berufsweg schon vorgezeichnet haben. Und neben dem halbherzigen Studium gibt es Alkohol, Drogen, Partys. Der Film übertreibt das nicht, die Kamera sucht förmlich nach dem Gesicht von Aylin Tezel, fängt es immer wieder ein, ohne ihr wirklich nahezukommen; wir bleiben distanzierte Beobachter bei diesem Sich-Treiben-Lassen einer jungen Frau, die ihren Platz im Leben noch nicht so recht gefunden hat. Abends schaut Lara immer unters Bett, dass da keine Monster sind, und vielleicht ist sie auch ein bisschen zu alt für ihr auch von Rivalität geprägtes Verhältnis zu Nora. Und Nora ist denn auch der Auslöser für die Tour de force der Gefühle, für Glück und Katastrophe, die Lara erleben muss. In einem Club angelt sich Nora den Architektur-Dozenten, den sich eigentlich Lara ausgeguckt hatte, und Lara antwortet mit einem Quickie auf der Toilette mit dem Barkeeper. »Sie sind schwanger! Glückwunsch!«, heißt es ein paar Wochen später bei ihrer Frauenärztin. Nie kommt in diesem Film der Gedanke auf, die Schwangerschaft könnte auch eine Bestrafung für ihr unstetes Leben sein, es ist einfach ein Wendepunkt in ihrem Leben. Eine Abtreibung kommt für Lara nicht in Frage, nach ein paar kruden Reaktionen schüttet sie demonstrativ den Schnaps in den Ausguss, verändert ihre Wohnung, findet sich damit ab, allein ihr Kind zur Welt zu bringen. Sie freundet sich mit dem niederländischen Nachbarn in ihrem Plattenbau in Berlin an. Auch da bleibt, zumindest am Anfang, vieles offen. [...] Rudolf Worschech in epd-filmRegie: Pola Beck | ||
Samstag, 22. September 22:15 UhrBurkhardt stellt vor:Punch-Drunk Love (USA 2002 OmU 95 min)»Off-beat« nennt man im Englischen nicht nur musikalische Schläge, die neben den schweren Taktzeiten sitzen. »Off-beat« kann alles sein, was sich jenseits der eingegrabenen Pfade der Gewohntheit bewegt. So oder so, es ist ein treffendes Wort für P.T.Andersons neuen Film. Schon, weil Punch-Drunk Love so grundmusikalisch ist: Gaben bei Boogie Nights die Disco-Sounds der '70er, bei Magnolia die Songs von Aimee Mann Rhythmus und Ton vor, so findet das Verschrobene, Nervös-Jazzartige dieses virtuosen Films seine Entsprechung in der perkussiven Musik von Jon Brion, mit ihren schräg gesetzten Akzenten – im perfekten Ensemble mit Bildraum, Schnitt, Farben. [...] Barry hat sieben Schwestern, trägt immer das gleiche blaue Sakko, hat eine Firma, die dekorative Saugstopfer verkauft. Barry hat möglicherweise Wahrnehmungsstörungen und sicher ein Problem mit Gewalttätigkeit. Barry ersteht palettenweise Pudding, wegen der Coupons für Freiflugmeilen, und sein erstes Telefonsex-Abenteuer endet mit der Erpressung durch einen schmierigen Matratzenhändler (Philip Seymour Hoffman), der ihm vier schlägernde Brüder auf den Hals hetzt. Aber mit Lena (Emily Watson) tritt eine Liebe in sein Leben, die ihn stärker macht als all das. Thomas Willmann in arteschock.de"Punch-Drunk Love is a movie that sneaks up on you — they're the best kind" Regie: Paul Thomas Anderson | ||
Sonja Henrici
Sonntag, 23. September 11:30 UhrDonkeyote (Deutschland, UK, Spanien 2017 86 min)Ein Mann hat einen Traum - und einen Plan: Manolo, Anfang 70, immer schon oft und gern in der Natur unterwegs, plant eine letzte große Wanderung, obwohl sein Arzt ihm nach zwei Herzinfarkten davon abrät. Den 2.200 Meilen langen "Pfad der Tränen" in den USA will er gehen - aber nicht ohne seinen Esel Gorrión ("Spatz"), seinen besten Freund. Ein Film über einen alten Spanier, seinen Esel und ihr quichoteskes Streben nach den Weiten Amerikas - eine Suche nach Freiheit in einer Welt voller Grenzen. Der Dokumentarfilm feierte auf dem International Film Festival Rotterdam 2017 Premiere und wurde auf zahlreichen weiteren Filmfestivals gezeigt, unter anderem auf dem Filmfest München. Auf dem Edinburgh International Film Festival 2017 wurde er als Gewinner in der Kategorie "Best Documentary" ausgezeichnet. Chico Pereira drehte mit "Donkeyote" einen sehr anrührenden Film über seinen Onkel, zu dem einige Zeit der Kontakt abgebrochen war. "Pablo's Winter", der 2013 die MoMA Documentary Fortnight in New York eröffnete, war sein erster langer Dokumentarfilm. Er wurde auf dem DOK Leipzig und der IDFA mit Preisen bedacht. ard.de - Lief bei Arte nach Mitternacht!Regie: Chico Pereira |
Süheyla Schwenk
Sonntag, 23. September 16:00 UhrSevince (Wenn man liebt) (Deutschland 2017 30 min)Peri will raus. Peri will frei sein. Nicht nur für den Mann und die Tochter da sein. Peri will leben. Doch Burka und Regeln begrenzen ihr Leben: Wie die Burka sie von der deutschen Gesellschaft separiert, so gibt es auch eine Trennung in ihren Gedanken. Sie hat keine Angst, das zu leben, was sie will. Eines Tages trifft ihr Mann eine Entscheidung, die ihr Leben aus der Bahn werfen wird. Regie & Buch: Süheyla Schwenk |
Meral, Kizim (Deutschland 2016 21 min)
Meral, eine junge querschnittsgelähmte Frau, wird durch ihre Krankheit nicht nur ans Bett gefesselt, sondern auch an ihre traditionelle Familie, der sie längst entkommen war. Niemand akzeptiert ihre Krankheit, nur zu ihrer jüngeren Schwester hat sie eine besondere Verbindung. Regie & Buch: Süheyla Schwenk Im Anschluss stellt Süheyla einen Film ihres Vorbilds Nuri Bilge Ceylan vorf |
Dreh bei Sonne und Regen |
Linda Brieda
Sonntag, 23. September 20:00 UhrFür dich bei mir (Deutschland 2016 30 min)Margret (74) plant zusammen mit ihrem Mann Helmut (78) nach Italien zu reisen. Aber bereits kurze Zeit später befindet sich Helmut in einem demenzbedingten Dämmerzustand ... Ein Film über grenzenlose Liebe im Alter. Eingekesselt zwischen den Plattenbauten Halle-Neustadts träumt Margret vom Reisen, aber die Demenz ihres Mannes Helmut macht dies geradezu unmöglich. Sämtliches Leben scheint aus seinen anteilnahmslosen Blicken entwichen zu sein, aber Margret gibt nicht auf. Sie ist auf der Suche nach ihrem alten Helmut, doch im Kampf um Zukunft und Vergangenheit droht sie sich zu verlieren und steigert sich in einen zunehmenden Wahn. Als die Grenze zwischen Realität und Illusion gänzlich zu verschwinden scheint, ist es für Margret an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen ... Regie: Clemens Beier |
Henning Beckhoff Fahrt zur Hölle (Deutschland 2015 15 min) Der vierzigjährige Jesus fährt mit seiner Mutter Maria auf eine Chorfreizeit. Alles könnte katholisch sein, wenn die Verlockungen abseits der Kirche nicht wären. Regie: Henning Beckhoff |
Vogelfrei (Deutschland 2016 29 min)
Vogelfrei erzählt die Geschichte des 26-jährigen Außenseiters Friedemann, der in einem Pfadfinderlager in freier Natur zum Leiter ernannt wird. Friedemann erhofft sich von dieser Position endlich die Anerkennung zu bekommen, die ihm seit der Kindheit vergönnt war, doch die Gemeinschaft, die ihn einst aufnahm, wird mehr und mehr zu seinem eigenen Feind. In festgefahrenen Strukturen und mit den Problemen der anderen Pfadfinder konfrontiert entwickelt sich das Pfadfinderlager nach und nach zu einem Ort der Gewalt. Regie: Henning Beckhoff |
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