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Nouvelle Vague
FR, USA 2026, 105 min
• Darsteller
Jean-Luc Godard: Guillaume Marbeck
Jean Seberg: Zoey Deutch
Jean-Paul Belmodo: Aubry Dullin
François Truffaut: Adrien Rouyard
Claude Chabrol: Antoine Besson
• Crew
Regie:Richard Linklater/> Drehbuch: Holly Gent, Vince Palmo
Kamera: David Chambille
Schnitt: Catherine Schwartz

 

Nouvelle Vague

Der legendäre französische Filmemacher Godard (1930–2022) gehörte mit François Truffaut und Claude Chabrol zu den führenden Köpfen einer Bewegung, die in den späten 1950er und in den 1960er Jahren das Kino revolutionierte. Der Einsatz von Handkameras, spontanen Dialogen und dokumentarisch anmutenden Drehs auf der Straße wurde zum Markenzeichen der »neuen Welle«.
Er erzählt die Entstehungsgeschichte von Godards Meisterwerk »Ausser Atem« (À bout de souffle) nach, das 1959 in nur 23 Drehtagen entstand. Guillaume Marbeck verkörpert Godard als Künstler, der regelrecht besoffen ist von seiner eigenen Genialität. Er strapaziert die Nerven und die Geduld der Welt um sich herum - speziell die der US-Schauspielerin Jean Seberg (Zoey Deutch), die zusammen mit Jean-Paul Belmondo (Aubry Dullin) eines der berühmtesten Paare der Filmgeschichte erschafft.
Dietmar Kanthak - epd-film.de

Linklater erzählt diese Geschichte mit sicht­barer Zuneigung. Nouvelle Vague ist, ganz ohne Zweifel, eine Liebes­er­klärung an das Kino. An seine Mythen, seine Rituale, seine Zufälle. Die Pariser Straßen werden zum Spiel­platz der Film­ge­schichte, Drehorte entstehen aus Impro­vi­sa­tion, Einstel­lungen werden erfunden, während sie schon gedreht werden. Man spürt in vielen Momenten die Begeis­te­rung für eine Zeit, in der Kino noch etwas war, das man gegen Wider­s­tände machen musste – gegen Studios, gegen Konven­tionen, gegen die eigene Unsi­cher­heit.[...]
So entsteht ein Film, der viel­leicht nicht ganz die Tiefe erreicht, die ich mir erhofft hatte. Aber einer, der etwas anderes schafft: Er erinnert daran, dass Kino einmal ein Abenteuer war.
Und dass es das viel­leicht immer noch sein kann. Dass gerade in dieser Mischung aus Mythos, Zitat und cine­philer Begeis­te­rung etwas von der ursprüng­li­chen Energie der Nouvelle Vague wieder aufscheint.
Axel Timo Purr- artechock.de

"Nouvelle Vague" ist für das Publikum eine geradezu immersive Erfahrung, in der das filmische Original und sein Reenactment miteinander verschmelzen - auch dank der erstaunlichen Ähnlichkeit des Casts mit seinen historischen Vorbildern. Zudem nutzt Richard Linklater die Original-Kameramodelle und das Filmformat von 1959. Die chaotischen Dreharbeiten gießt er in so wunderschöne Schwarz-Weiß-Bilder, dass sie für die Pioniere der Nouvelle Vague sicher nicht innovativ genug gewesen wären. Den Aufbruchsgeist der Zeit, den Willen zum ästhetischen Wagnis fängt er aber großartig ein. Bei aller Bewunderung für die Ikonen des Kinos rund um Godard erstarrt Linklater nicht in Ehrfurcht. Mit viel Humor zeigt er, wie all das, was "Außer Atem" später zur Geburtsstunde des modernen Kinos machen soll, den Beteiligten als heller Wahnsinn erscheint, vom Dreh an Originalschauplätzen ohne Kunstlicht über die improvisierten Dialoge bis zum Schnitt mit Achsensprüngen, Jump Cuts und Anschlussfehlern.
Julia Haungs - ndr.de/kultur

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