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Spaziergang nach Syrakus
DE 2026, 97 min
• Darsteller
Paul: Charly Hübner
Anne: Lina Beckmann
Günter: Thorsten Merten
Maurizio: Bruno Di Chiara
• Crew
Regie: Lars Jessen
Drehbuch: Heide Kersten & Andreas R. Kersten
nach Motiven der Erzählung DER SPAZIERGANG VON ROSTOCK NACH SYRAKUS von Friedrich Christian Delius
Kamera: Kristian Leschner
Schnitt: Sebastian Thümler
Musik: Jakob Ilja & Benjamin Drees

 
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Spaziergang nach Syrakus

Anne ahnt, was Paul vorhat, und versucht, ihn davon abzubringen. Nicht weil sie vom Staat überzeugt ist, sondern weil sie glaubt – und man kann das hier gut nachvollziehen –, dass es einfacher ist, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Der lange Abschnitt, der Pauls Reisevorbereitungen und den Alltag in der DDR zeigt, ist das Herzstück des Films. Präzise und authentisch entwickeln Charly Hübner und Lina Beckmann die Beziehung ihrer Figuren: Da sind ganz viel Zärtlichkeit und Geborgenheit, da ist aber auch die Distanz, die Pauls Fernweh auslöst. [...]
Dennoch ist es eine vielschichtige Geschichte, die über die DDR als Thema weit hinausweist. Was bedeutet Heimat? Welchen Preis zahlt man für die Erfüllung seiner Sehnsüchte? Was bedeutet es, frei reisen zu können oder eben nicht? Das sind universelle Fragen.
Jannek Suhr - epd-film.de

DDR ohne Klischees
Regisseur Lars Jessen bringt als Schleswig-Holsteiner zwar keine Ost-Biografie mit, aber genügend Offenheit für einen differenzierten Blick nach nebenan und Fingerspitzengefühl bei der Inszenierung des Alltags dort. Zur Wahrheit gehört für ihn: "Dass man auch in der DDR gut leben konnte, dass man dort eine Heimat hatte und eine Zugehörigkeit. Auch eine Schönheit in der Natur wie die Ostsee. Das sind alles Dinge, die nichts mit Unrechtsstaat oder Diktatur zu tun haben, sondern Lebensrealitäten von Menschen waren. Davon zu erzählen, mit all der Poesie, die das auch hat, das ist mein Ziel mit diesem Film."
Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit
Charly Hübner findet den Stoff gerade jetzt aber auch wieder politisch aktuell - angesichts der Renaissance autokratischer Systeme in vielen Regionen der Welt: "Es gibt in der DDR ganz viele kleine Geschichten, womit Du dieses Prinzip seelisch und philosophisch erzählen kannst: Hier einer, der seine Heimat liebt, aber als innere Person sagt: 'Ich lasse mir doch nicht vorschreiben, wo ich Urlaub mache, weil irgendwelche Hirnis meinen, sie dürfen bestimmen, wie ich zu leben habe!'
Walli Müller - ndr.de/kultur

Anne wird gespielt von Lina Beckmann, sie und Hübner sind im echten Leben ein Paar – hier spielen sie Eheleute in zunehmender Entfremdung; und Anne wird in Beckmanns Interpretation der Rolle zum starken Gegengewicht dieses Filmes. Eine Frau mit Ahnungen über ihren Mann, eine Frau, die ihn halten will, eine Frau, die weiß, wie man Freiheit in der DDR zumindest im Privaten simulieren kann: eine Datsche als Rückzugsort, am Strand die Kleidung wegwerfen und ins Meer tauchen…
Jessen erzählt mit einfühlsamem Witz von diesem Sonderling in der DDR, der sieben Jahre und neun Monate braucht, um seinen Traum verwirklichen zu können. Der sich auf stille Art in eine Besessenheit steigert – und für den die DDR, Mecklenburg, Rostock immer Heimat bleiben wird
Harald Mühlbeyer - kino-zeit.de

Trailer


 

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