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Großes Kino in der Lohrer Stadthalle

Eintritt € 8,00 - Familienkino Sonntag € 5,00
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FR 9. Oktober 19:30
Undine
von Christian Petzold
Deutschland 2020, 92 min
FSK ab 12 Jahren

 

Undine

Drei Filme lang begab sich Christian Petzold in die deutsche Vergangenheit, nun kehrt er mit seinem neuen Film „Undine“ in die Gegenwart zurück. Hier im Berlin des 20. Jahrhunderts erzählt er eine Geschichte zwischen Mythologie und Realität, verwebt märchenhafte Motive mit einem skeptischen Blick auf eine Stadt, der ihre Geschichte eingeschrieben ist. So wie dem von Paula Beer und Franz Rogowski gespielten Liebespaar.

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Bei „Undine“ nun hat Petzold für sein eigenes Drehbuch nur noch Motive von Fouqué übernommen. Allerdings entspricht die Vorlage so sehr spezifischen Zügen der Ästhetik dieses Regisseurs – wie Schwarzromantik, Unheimlichkeit und Liebespathos sowie psychologischem Tiefgang bei filmästhetischer Sachlichkeit –, dass „Undine“ geradezu zum exemplarischen Petzold-Film taugt, selbst ohne seine langjährige Stammschauspielerin Nina Hoss.
Paula Beer tritt in der Titelrolle deren Nachfolge derart typenähnlich an, dass man wohl von einem Petzold-Frauenideal sprechen muss, so wie Hitchcock eines hatte. Dabei ist die Arbeitsweise Petzolds in Geschichtsfindung, Zyklenbildung und Inszenierung eher das deutsche Äquivalent zu Eric Rohmer, auch in der Ruhe der Bildsprache, für die sein fester Kameramann Hans Fromm verantwortlich zeichnet.

Andreas Platthaus - FAZ

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SA 10. Oktober 17:00 OmU
SO 11. Oktober 20:00
KNIVES OUT – Mord ist Familiensache
von Rian Johnson
USA 2019, 130 min
FSK ab 12 Jahren

 

KNIVES OUT – Mord ist Familiensache

Sein Name ist Blanc, Benoit Blanc. Als Auszeit zu seinem fürstlich bezahlten Agenten-Job, gönnt sich 007-Ikone Daniel Craig einen Auftritt als Privatdetektiv in einem köstlichen Murder Mystery Vergnügen – very british, wenngleich die Story in den USA spielt. Im pompösen Landhaus feiert der millionenschwere Krimi-Autor Harlan Thrombey den 85sten Geburtstag im Kreis seiner Familie. Am Morgen danach findet man ihn tot auf. Für die Polizei ein klarer Fall von Selbstmord. Privatermittler Blanc indes hegt Zweifel. Schließlich hat jeder der buckligen Verwandtschaft seine Vorteile vom Ableben des Patriarchen. Der raffiniert konstruierte Krimi bietet ein Feuerwerk falscher Fährten samt überraschender Wendungen sowie Spannung am laufenden Band. Das bestens aufgelegte Ensemble hat spürbaren Spaß an diesem smarten Skript und den exzentrischen Figuren. Allen voran Daniel Craig, von dem Agatha Christie und Miss Moneypenny gleichermaßen begeistert wären.

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SA 10. Oktober 20:00
SO 11. Oktober 17:00
JOHN WICK: Kapitel 3
von Chad Stahelski
USA 2019, 130 min
FSK ab 18 Jahren

 

JOHN WICK: Kapitel 3

Der bisher beste Teil der Reihe.
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Keanu Reeves kehrt für ein Action-Spektakel zurück. Das ist so überwältigend wie betäubend.
Variety

Ob James Bond es mit John Wick aufnehmen könnte? Regisseur Chad Stahelski winkt ab. „John Wick würde ihn umhauen“, sagt er im Interview mit dieser Zeitung. Aus dieser Behauptung spricht viel Vertrauen zur Figur eines Auftragskillers, der hin und her gerissen ist zwischen Rache und der Trauer um seine verlorene Liebe, derentwegen er eigentlich diesem gefährlichen Leben den Rücken kehren wollte. Keanu Reeves spielt den düsteren Melancholiker, der, so raunen sich seine Gegner zu, einmal drei Männer in einer Bar erledigt hat – mit einem Bleistift.

Maria Wiesner - FAZ

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SO 11. Oktober 14:00
Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer
von Dennis Gansel
Deutschland 2018, 110 min
FSK ab 0 Jahren

 

Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer

Eines Tages bringt der Postbote ein großes Paket auf die Insel Lummerland, eine kleine Insel mit zwei Bergen, mitten im Ozean. Die vier Bewohner Frau Waas (Annette Frier), Herr Ärmel (Christoph Maria Herbst), König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte (Uwe Ochsenknecht) und Lukas, der Lokomotivführer (Henning Baum) trauen ihren Augen nicht, als sie das Paket öffnen: Ein kleiner dunkelhäutiger Junge strahlt sie mit großen Kulleraugen an. Die Lebensmittelverkäuferin Frau Waas beschließt, den kurzerhand auf den Namen Jim (Solomon Gordon) getauften Säugling bei sich aufzunehmen. Als Jim älter wird, schließt er auch mit dem Rest der Inselbewohner bald Freundschaft – besonders in Lukas hat er einen Zuhörer gefunden, mit dem er regelmäßig in seiner geliebten Lokomotive Emma quer über die Insel kurvt. Doch je älter Jim wird, desto mehr sehnt er sich nach der Antwort auf die Frage, wo er eigentlich herkommt. Als dann auch noch der König aufgrund der Überbevölkerung beschließt, entweder Jim, oder Lukas‘ geliebte Lokomotive der Insel zu verweisen, kratzen die beiden Freunde mitsamt Emma die Kurve und brechen zu einem aufregenden Abenteuer auf…

Antje Wessels - wessels-filmkritik.com

Die Filme der Zweiten Woche

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FR 16. Oktober 19:30
Kokon
von Leonie Krippendorff
Deutschland 2020, 95 min
FSK ab 12 Jahren

 

KOKON

Sommer am Kottbusser Tor, dem Zentrum Kreuzbergs. Hier jung zu sein ist nicht leicht, hier ein Mädchen zu sein, dass sich in ein anderes Mädchen verliebt, noch viel härter. Wie die 14jährige Nora damit umgeht, davon erzählt Leonie Krippendorff in ihrem flirrenden, sinnlichen Coming-of-Age-Film „Kokon“, der bei der Berlinale als Eröffnungsfilm der Sektion Generation 14plus zu sehen war.

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Das multikulturelle Kreuzberg, mit Jugendlichen, die zur Hälfte in Betonfluchten, zur Hälfte auf Instagram leben, ist in „Kokon“ keineswegs ein Problemmilieu, sondern eine – nicht zuletzt durch ein ausgeprägtes Licht- und Farbkonzept – offenkundig leicht utopisch akzentuierte, aber niemals kitschige Schule des Lebens.

Bert Rebhandl - FAZ

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SA 17. Oktober 17:00
SO 18. Oktober 20:00
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
von Caroline Link
Deutschland, Schweiz 2018, 119 min
FSK ab 0 Jahren

 

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

Hier bauen Caroline Link und ihre Autorin Anna Brüggemann nun die Rolle der Haushälterin Heimpi, ein geliebtes, im Roman aber auch manchmal fast ruppiges Wesen, zu einer Art idealen Großmutter aus, gespielt wieder von Ursula Werner, die dieselbe Funktion schon im Hape-Kerkeling-Film erfüllt hat. Sie ermöglicht die unmögliche Entscheidung, in dem sie verspricht, das Kaninchen und alle anderen Spiele in eine große Kiste zu packen und alsbald nachzuschicken.
Für Anna wird diese unfreiwillige Reise gut ausgehen. Die Angst und Verwirrung der Flucht verwandelt sich auch in ein großes Abenteuer, in der malerischen Schweiz, mit den drolligen Schweizern und ihren seltsamen Bräuchen, und im genauso malerischen Paris, mit der winzig-romantischen Mansardenwohnung über den Dächern, wo selbst der Hunger nicht so spürbar ist, wenn der Vater kaum noch Artikel verkauft.
Das rosa Kaninchen aber hat, so will es ja schon der Titel, weniger Glück. Es wird, zusammen mit den anderen zurückgelassenen Dingen, von den Nazis konfisziert. Wer kleinen Mädchen ihre Stofftiere klaut, ist auch zu Menschheitsverbrechen fähig, das ist die offensichtliche Logik hinter dem Welterfolg des Buchs. In einem Punkt ist Caroline Link allerdings gnädiger als Judith Kerr. Sie gönnt dem gebeutelten Stofftier, im Original schon sehr zerzaust, kaum noch rosa und mit gestickten Ersatzaugen, etwas Glamour. Im Film darf das Fell noch farbig sein, und die Knopfaugen blinken wie neu.

Tobias Kniebe - Süddeutsche Zeitung

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SA 17. Oktober 20:00
SO 18. Oktober 17:00
Lindenberg - Mach dein Ding
von Hermine Huntgeburt
Deutschland 2019, 135 min
FSK ab 12 Jahren

 

Lindenberg - Mach dein Ding

Für Udo-Lindenberg-Fans ein absolutes Muss, und für alle anderen eine spannende und überaus unterhaltsame Geschichte über einen Jungen aus der Provinz, der genau weiß, wohin er will, und alles dafür tut. Ein starker Film über eine starke Persönlichkeit mit viel Zeitkolorit, Musik und tollen Darstellern. Lohnt.

Im Mittelpunkt stehen die Hamburger Jahre vor Udo Lindenbergs Durchbruch, den er zumindest teilweise dem Plattenproduzenten und Talentscout Mattheisen verdankt, der von Detlev Buck mit liebenswerter Großspurigkeit verkörpert wird. Ebenfalls unbedingt erwähnenswert sind Max von der Groeben als Steffi Stephan, bis heute Udo Lindenbergs wichtigster Weggefährte seit Jugendzeiten, Charly Hübner, der den saufenden und zockenden Vater Lindenberg spielt, und Julia Jentsch als sanftmütige Mutter Hermine. Sie alle geben der eigentlich märchenhaften Geschichte vom Aufstieg eines Provinzjungen zum Idol für Millionen genau den richtigen Schuss Realismus, der das musikalische Biopic zum lohnenden Kinoerlebnis

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SO 18. Oktober 14:00
Shaun das Schaf - Ufo Alarm
von Will Blecher, & Richard Phelan
England, USA, Frankreich 2019, 86 min
FSK ab 0 Jahren

 

Shaun das Schaf - Ufo Alarm

Mit „Shaun das Schaf: Der Film – Ufo-Alarm“ präsentiert das Produktionsstudio Aardman erstmals ein Langfilm-Sequel zu einem seiner Erfolgsfilme. Dass es Shaun das Schaf trifft, ist dabei nur sinnig, hat der liebenswerte Unruhestifter doch schon als Fernsehserie gezeigt, wie gut sich Geschichten um ihn, seine Freunde und den Hof weiterspinnen lassen. Beim neuesten Kinostreich geht man noch weiter und verpackt das Ganze in eine Science-Fiction-Geschichte, die Anleihen bei „E.T. – Der Außerirdische“ nimmt und nicht nur der charmanten Stop-Motion-Technik wegen sehr vergnüglich ist.

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Sehnsuchtsort Italien
Veranstaltung der VHS in der Alten Turnhalle

Einführung: Wolfgang Weismantel
DO 22. Oktober 19:00
La Grande Bellezza - Die große Schönheit
von Paolo Sorrentino
Italien 2013, 142 min
FSK ab 12 Jahren

 

La Grande Bellezza - Die große Schönheit

Oscar und Golden Globe 2014 für den besten ausländischer Film

Der Journalist Jep Gambardella (Toni Servillo) ist in die Jahre gekommen. Die Glanzzeiten voller Feste und Frauen liegen hinter ihm, sein 65. Geburtstag rückt in greifbare Nähe. Greifbar wird damit auch die Gewissheit, dass der Großteil seines Lebens bereits hinter ihm liegt. Die eigene Vergänglichkeit steht plötzlich in beängstigender Größe vor ihm. Vom Erfolg mag der charismatische Jep zwar immer noch verwöhnt sein, die Jugend allerdings liegt hinter ihm. Und so fängt die Dekadenz der oberflächlichen Großstadtgesellschaft an ihm auf die Nerven zu gehen. Er findet sich in Erinnerungen an ein fast vergangenes Leben schwelgend, im malerisch-sommerlichen Rom wieder, und sinniert über das Leben und die Liebe. Vor allem aber die Vergänglichkeit der beiden.
Für La Grande Bellezza konnte Regisseur Paolo Sorrentino sowohl den Europäischen Filmpreis 2013 gewinnen als auch den Preis für den Besten fremdsprachigen Film bei den Golden Globes 2014. 2014 wurde La Grande Bellezza für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert und gewann die begehrte Trophäe.

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