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Die fünfte Staffel startet ab 29.März 2017

Aufgepasst: ab der fünften Staffel unterschiedliche Anfangszeiten, je nach Länge des Films!

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MI 29. März 2017
18:00 & 20:15 Uhr
Nur Fliegen ist schöner

von Bruno Podalydès
Frankreich 2015, 105 min

 

Eine wunderbare Komödie, wie sie nur die Franzosen zustandebringen (und das auch nicht immer). Die Zeichnung der Figuren, der Sommer, den man riechen kann, die französische Lebensart ... Frühstück im Grünen kommt in den Sinn. Mal wieder ein Film zum Abschalten - leider ist er in der Hitze des letzten Sommers in den Kinos untergegangen. Hoffen wir der Keller füllt sich trotzdem

Wer träumt nicht davon, aus dem Alltag auszubrechen, sich aufzumachen in die Natur, in die Freiheit? Weg zu fliegen, weg zu fahren. Oder: weg zu paddeln - so wie der etwas steife 50jährige Michel in dieser liebevollen französischen Komödie. Im Kopf macht er sich öfter auf zu kleinen Fluchten, aber so wirklich traut er sich nicht. Bis er sich eines Tages, halb geschubst von seiner Frau, mit einem Kayak auf einen neuen Fluss des Lebens begibt. Wirklich weit kommt er nicht - und doch viel weiter, als er sich je erträumt hat. Autor, Regisseur und Hauptdarsteller Bruno Podalydès erzählt eine charmante Geschichte vom Ausbruch aus den Zwängen, ganz unaufgeregt und doch sehr witzig, ganz schräg und doch wahrhaftig und liebenswert. Viel charmanter können Fluchten aus dem Alltag nicht sein.
programmkino.de

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MI 5. April 2017
18:00 & 20:30 Uhr
Liebe (Amour)

von Michael Haneke
Frankreich, Österreich 2012, 127 min

 

Für Filme wie diese wurde das stattKino gemacht. Eines der ganz seltenen Meisterwerke, die noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Der Redakteur von programmkino.de hat sich nach der Erstaufführung vor Begeisterung fast überschlagen

"Erst großer Beifall bei der Pressevorführung, dann Standing Ovations bei der offiziellen Weltpremiere in Cannes und schließlich die Goldene Palme – ein neuer Coup des österreichischen Maestros Michael Haneke. Vor drei Jahren stand er für „Das Weiße Band“ bereits auf dem Siegertreppchen ganz oben. Sein Thema diesmal: der Tod. Die Machart: Ein Kammerspiel mit 3 Personen. Reines Kinogift, möchte man meinen. Weit gefehlt! Ein Triumph der Filmkunst und der Humanität wird man danach feststellen. Großartig gespielt, fesselnd inszeniert und bereits jetzt ein heißer Oscar-Kandidat. Euphorische Kritiken und Palme dürfte dem Publikum die Schwellenangst nehmen, die Mund-zu-Mund-Propaganda noch viel mehr. Das Filmkunst-Ereignis des Jahres!"
programmkino.de

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MI 26. April 2017
18:00 (OmeU) ⇒ FLVEG Filmclub
20:15 Uhr in Deutsch
Inside Llewyn Davis

von den Coen Brothers
USA 2013, 104 min

 

Das verblüffenste an den Coen Brothers ist, dass sie sich immer neu erfinden. Sie sind die Zauberer des Kinos, die diesmal einen ganz armen Hasen aus dem Hut zaubern, witzig und doch wahrhaftig, das Scheitern eines der vielen Inkarnationen von Bob Dylan - Die Zeit schreibt:

[...] Greenwich Village, 1961 – ein junger Mann singt zu seiner Gitarre einen Folk Song, Hang me, oh, hang me until I 'm dead and gone. Es ist ein Auftritt, den er bitter nötig hat, denn er braucht Geld. Wo er heute Nacht schlafen soll, weiß er auch noch nicht. Also spielt er sich die Seele aus dem Leib. Er hat Talent und die Menschen im Publikum sind angetan. Irgendwo unter ihnen sitzt ein Kritiker der Times.

In ihrem Film Inside Llewyn Davis folgen Ethan und Joel Coen eine Woche lang einem jungen Folk-Musiker durch New York bis hinauf nach Chicago, wo er vor dem allmächtigen Manager Bud Grossman spielt in der Hoffnung, endlich eine erfolgreiche Platte aufzunehmen. Doch nein, es ist nicht die Geschichte von Bob Dylan. Es ist die Geschichte von dem Typen, der an dem historischen Abend vielleicht vor ihm oder nebenan aufgetreten ist und nicht erfolgreich wurde, sondern auf der ganzen Linie scheitert. Wie oft bei den Coen-Brüdern ist es eine traurige Geschichte, während der man viel zu lachen hat.

"Dem Film mangelt es an Plot", merkte Joel Coen mit selbstkritischer Ironie nach der Premiere an. "Deshalb haben wir die Katze reingeworfen." Diese Katze! Sie ist ein rotgestreiftes, unschuldiges Luder und spielt – nun ja – so etwas wie eine metaphorische Rolle. Das macht sie sehr gut. Fast könnte man sagen, das Casting-Talent der Coens umfasst sogar das Tier.[...]

Die komplette Kritik von Wenke Husmann bei ZEIT online lesen

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MI 3. Mai 2017
18:00 & 20:30 Uhr
Kiss the Cook - So schmeckt das Leben

von Jon Favreau
USA 2016, 112 min

 

Und dann starten wir mit einer schmackhaften Komödie in den Mai - nicht mit leerem Magen in den Keller gehen!

"Zart, nein zärtlich bestreicht er die Brotscheiben mit Butter, belegt und würzt sie, steckt sie in den Toaster und demonstriert, wie man genau den Zeitpunkt abwarten muss, in dem das Brot goldgelb geworden und der Käse geschmolzen ist. So liebevoll und leidenschaftlich zupackend, wie er das Cubano-Sandwich zubereitet, serviert Jon Favreau als Autor, Regisseur, Hauptdarsteller und Produzent seinen Film "Kiss the Cook".

[...] Bei diesem Foodtruck-Roadmovie, das zum Triumphzug durch Miami und New Orleans wird, geht es immer auch darum, das besondere Feuer der Latino-Kochkunst zu zelebrieren - deren Besonderheiten im Vergleich zur US-Küche hat der mexikanische Schriftsteller Octavio Paz so beschrieben: "Die Nordamerikaner lieben die frischen Farben und Geschmäcker. Eine Küche wie Aquarell- oder Pastellmalerei, eine Küche, die die Gewürze fürchtet wie den Teufel, doch die sich im Schlamm von Schlagsahne suhlt und Orgien von Zucker feiert. Die Antipodin dazu ist die Latino-Küche, deren Geheimnis im Zusammenprall von Geschmäckern besteht: das Frische und das Scharfe, das Heiße und das Saure, das Salzige und das Süße."

Auch wenn das Finale mit seiner Vater-Sohn-Wiederversöhnung überzuckert erscheint, bleibt die Geschichte vergnüglich, leichtfüßig und weckt die Lebensgeister. Hier ist niemand von Essstörungen geplagt, hier geht es nie um Diätpläne, hier ist das Essen beglückende Lust-Erfahrung, in der sich enthüllt, was wir sind, wenn wir unseren wahren Leidenschaften folgen. Und wenn man das Kino verlässt, beginnt man sofort, nach dem nächsten Latino-Restaurant Ausschau zu halten."

Die vollständige Kritik von Rainer Gansera auf sueddeutsche.de lesen

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MI 10. Mai 2017
18:00 & 20:15 Uhr
Die Kommune

von Thomas Vinterberg
Dänemark, Schweden 2016, 111 min

 

Wir konnten Vinterbergs Geschichte einer Kommune, angelehnt an seine eigenen Kindheitserfahrungen, bei der Berlinale 2016 in dem riesigen Friedrichsstadt Palast sehen (bester Platz: erste Reihe Mitte). Ich denke, im kleinen Mehlingskeller kommt die intime Komödie noch besser rüber.

Wenn der einstige „Dogma“-Aktivist Thomas Vinterberg („Das Fest“) einen Blick auf das chaotische WG-Leben im Kopenhagen den 70-er Jahren wirft, fällt das Ergebnis etwas rigoroser aus als üblich. Geschwätziges Polit-Palaver, großspurige Kiffer-Gemütlichkeit oder obligatorische Orgien sind in dieser Kommune ersatzlos gestrichen. Der findige Däne reduziert sein autobiografisches Drama auf ein vergnügliches Figurenkabinett, um zu zeigen, wie sich das Individuum in der Gruppe verhält. Die existenziellen Themen um Liebe, Lügen und Verlust werden souverän in situationskomischem Zuckerguss verpackt. Das spielfreudige Ensemble überzeugt, allen voran Trine Dyrholm, deren starke Leistung auf der Berlinale mit einem Bären prämiert wurde.
programmkino.de

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MI 17. Mai 2017
18:00 (OmeU) ⇒ FLVEG Filmclub
20:15 Uhr in Deutsch
The Guard

von John Michael McDonagh
Irland 2011, 94 min

 

Die Filme des English Filmclub werden oft aus dem unergründlichen Fundus von Rainer Emrich geschöpft. Und auch diesen hätten wir fast vergessen, wenn ihn Rainer nicht bei einem Glas Rotwein am Küchentisch aus dem Filmclub Hut gezaubert hätte. Ein riesen Spass ist er, aber nicht nur - Die Zeit schreibt:

[...] es ist nicht der Plot oder das Genre, mit dem The Guard besticht. Der Film brilliert durch seine nahezu perfekten Dialoge und die wunderbar verschrobenen und ambivalenten Charaktere. The Guard singt das Hohe Lied auf unterschätzte Eigenschaften: Renitenz, schlechte Laune, Dickköpfigkeit und Freude (auch an unvernünftigem Vergnügen) – in Irland offenbar Tugenden. Dabei spielt das schön anzusehende Land eher eine Nebenrolle. Es geht vielmehr um das Wesen der Provinz und diese Provinz bringt angenehm eigenartige Menschen hervor. Kein Wunder also, dass The Guard in vieler Hinsicht an die Brenner-Filme mit Josef Hader erinnert.

Wie Brendan Gleeson den trinkenden, hurenden und zu rassistischen Ausfällen neigenden Kleinstadtbullen gibt, ist eine einzige Freude. Der Polizist ist ein Mann wie Whiskey: erdig, ungeschliffen, nur in Maßen bekömmlich und mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Don Cheadle als FBI-Agent Wendell Everett ist sein gelungenes Gegenstück: glatt, herrisch, professionell. Dass da ein Drogenschmugglerring ausgehoben werden soll, gerät in The Guard bald zur Nebensache – vor allem will man diese beiden Männer sich beharken sehen. Auch, weil eben nicht vollkommen klar ist, ob die Herren am Ende doch noch gute Freunde werden.

Die komplette Kritik von Daniel Erk bei ZEIT online lesen

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MI 24. Mai 2017
17:30 & 20:30 Uhr
Toni Erdmann

von Maren Ade
Deutschland 2016, 162 min

 

Unser Lieblingsfilm des letzten Jahres! Zweimal gesehen und zweimal ist die Zeit wie im Flug vergangen und man wundert sich wo die gut eineinhalb Stunden geblieben sind, die der Film dauert. Daher aufgepasst: die erste Vorstellung beginnt schon um 17:30 Uhr! Toni Erdmann ist ein kleines Wunder: Keine Goldene Palme, kein Golden Globe, doch Presse und Publikum sind begeister. Immerhin, bei den European Film Awards hat er abgeräumt. Nach 28 Wochen ist er immer noch auf Platz 9 der Arthouse Charts und hatte bisher über 800 tausend Besuchern - die Besucher des stattKino noch nicht mitgerechnet.

Gerade im Kino Ticker (8.02.2017): Hollywood will „Toni Erdmann“ mit Jack Nicholson neu verfilmen (FAZ)

Zum Niederknien: Maren Ade puzzelt ihre feine Familiendramödie zu einer wunderbar intelligenten Geschichte. Die Story von der Karrierefrau Ines (Sandra Hüller) und ihrem einfallsreichen Vater (Peter Simonischek) ist nicht nur ungewöhnlich, sondern sie zeigt den Kampf der Generationen als liebevoll ironische Herausforderung für beide Seiten. Wie in einem schüchtern startenden Pas de deux kreisen Vater und Tochter umeinander, befehden sich und lieben sich doch. Das ist allerschönstes Kino – spannend, witzig und manchmal ein bisschen ergreifend!
programmkino.de

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MI 31. Mai 2017
18:00 & 20:15 Uhr
Barbara

von Christian Petzold
Deutschland 2012, 105 min

 

Auch wenn er in der Filmwahl nur im Mittelfeld war, Renate will diesen Film unbedingt sehen. Wohl der schönste Filme von Christian Petzold, unser Lieblingsregisseur unter den deutschen Filmemachern. . Wie in Phoenix sind auch in Barbara Nina Hoss und Ronald Zehrfeld das Paar im Zentrum und wie Phoenix ist auch Barbara ein kleiner Ausschnitt der deutschen Nachkriegsgeschichte. Diesmal Leben, Lieben, Flucht in der DDR.

"Auf dem Tisch in der Kantine steht neben dem Glas mit gelber Limonade eine türkisfarbene Vase für eine rote Nelke. Die Stasi fährt im blauen Auto vor. Blau ist auch die Wand hinter der Badewanne, hellblau der Lidschatten, den Barbara trägt. Rot sind die Nächte im Krankenhaus, das Licht der Straßenlaternen, die Tomaten aus dem Garten. Die DDR war um 1980 herum ein quietschbuntes Land.

Aber Barbara will weg. Deshalb ist sie von Berlin in die Provinz versetzt worden, deswegen kommen, wenn sie „für einige Stunden nicht auffindbar“ war, der örtliche Stasioffizier und seine Helferin, die für die Leibesvisitation zuständig ist. Der Offizier sagt Sätze wie: „Ihre Inhaftierung hat sich zersetzend auf Ihren Freundeskreis ausgewirkt.“ Seine Helferin zieht die Latexhandschuhe über und antwortet „Beugen Sie sich nach vorn“, wenn Barbara sagt: „Nein.“ Das Geld für den Fluchthelfer, der übers Meer kommen wird, hat Barbaras Geliebter aus dem Westen ihr über eine Mittelsfrau zukommen lassen. Barbara versteckt es im Ofenrohr."

Die komplette Kritik von Verena Lueken in faz.net lesen

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